Wiesbaden (dpa). Die Menschen in Deutschland bekommen die Inflation trotz einer Abschwächung im März weiter deutlich zu spüren. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag stiegen die Verbraucherpreise im März um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Februar waren 8,7 Prozent gemessen worden. Erstmals seit August lag die Inflationsrate im März wieder unter der 8-Prozent-Marke. Volkswirte sehen dennoch wenig Grund zur Freude. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet die Entwicklung keine Entlastung.
Vergleich mit dem Vorjahresmonat
Die Preise werden mit dem Niveau des Vorjahresmonats verglichen. Im März vergangenen Jahres waren die Verbraucherpreise um 5,9 Prozent gestiegen.
Ursache für die Abschwächung im März waren nach Einschätzung von Volkswirten vor allem die Energiepreise. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vor rund einem Jahr waren die Preise für Öl und Gas in die Höhe geschossen – allein im März 2022 um rund 15 Prozent. „Bei der Berechnung der aktuellen Inflationsrate ist die Basis des Vorjahres also deutlich höher“, erläuterte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt des Fondsanbieters Union Investment. Im März dieses Jahres stiegen die Energiepreise nach den vorläufigen Daten gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,5 Prozent. Dämpfend dürften auch die staatlichen Preisbremsen für Gas und Strom wirken, die seit 1. März rückwirkend zum 1. Januar 2023 gelten.
Experten erwarten kaum Entspannung
Volkswirten zufolge dürfte die Inflation in Deutschland zwar den Höhepunkt überschritten haben. Mit einer durchgreifenden Entspannung rechnen sie in diesem Jahr jedoch nicht. Die Bundesregierung geht im Jahresschnitt von einer Teuerungsrate von 6 Prozent aus. Im vergangenen Jahr waren die Verbraucherpreise in Europas größter Volkswirtschaft nach überarbeiteten Daten des Bundesamtes im Schnitt um 6,9 Prozent gestiegen.
„Trotz des heutigen Rückgangs ist nicht davon auszugehen, dass das Inflationsproblem schon bald wieder vom Tisch ist“, sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Sebastian Becker.
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