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Inflation schwächt sich weiter ab - Rate sinkt auf 2,2 Prozent

Lebensmittel werden erstmals seit langem wieder billiger. Auch Energie kostet im März weniger als ein Jahr zuvor.

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Zwei Frauen stehen vor dem Kühlregel in einem Supermarkt. Bild: IMAGO / Martin Wagner

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Wiesbaden (dpa). Billigere Nahrungsmittel und gesunkene Energiepreise machen Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland nach den vergangenen Preissprüngen Hoffnung. Im März sank die Inflationsrate auf 2,2 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit rund drei Jahren. Das Statistische Bundesamt bestätigte am Freitag vorläufige Daten. “Die Preissituation bei Energie und Nahrungsmitteln dämpfte die Inflationsrate bereits im zweiten Monat in Folge”, erläuterte Behördenchefin Ruth Brand. “Im März 2024 waren Nahrungsmittel für Verbraucherinnen und Verbraucher erstmals seit Februar 2015 günstiger als ein Jahr zuvor.”

Die Teuerungsrate insgesamt war im März so niedrig wie zuletzt im Mai 2021 mit damals ebenfalls 2,2 Prozent. Niedriger war der Wert davor im April 2021 mit 2,0 Prozent. Im Februar des laufenden Jahres hatte die Inflation noch bei 2,5 Prozent und im Januar bei 2,9 Prozent gelegen. Die große Inflationswelle ist nach Einschätzung von Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater vorbei. “Die regelrechte Inflationspanik, die in Teilen der Bevölkerung durchaus zu Recht herrschte, liegt hinter uns”, sagte der Ökonom jüngst.

Frisches Gemüse und Molkereiprodukte günstiger

Für Nahrungsmittel zahlten die Menschen im März 0,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Vor allem frisches Gemüse (minus 20,1 Prozent) und Molkereiprodukte (minus 5,5 Prozent) wurden günstiger. Teurer binnen Jahresfrist wurden unter anderem Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (plus 8,4 Prozent) sowie Obst (plus 4,2 Prozent).

Energie verbilligte sich trotz der zu Jahresanfang ausgelaufenen Energie-Preisbremsen und der Anhebung des CO2-Preises auf 45 Euro je Tonne Kohlendioxid (CO2) um 2,7 Prozent. Günstiger waren unter anderem Erdgas (minus 9,2 Prozent) und Strom (minus 8,1 Prozent). Fernwärme kostetet dagegen 20,6 Prozent mehr.

Dienstleistungen verteuerten sich um 3,7 Prozent. Deutlich mehr als ein Jahr zuvor mussten Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem für Versicherungen (plus 11,0 Prozent) zahlen. Der Gaststätten-Besuch kostete 6,9 Prozent mehr. Seit dem 1. Januar 2024 gilt für Speisen in der Gastronomie wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent.

Abschwächung der Inflation erwartet

Im Jahresschnitt erwarten führende Wirtschaftsforschungsinstitute eine deutliche Abschwächung der Inflation auf 2,3 Prozent nach 5,9 Prozent im vergangenen Jahr. Auf den letzten Metern könnte es allerdings noch holprig werden, sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib unlängst. “Schon im April ist durch das Ende der Mehrwertsteuerabsenkung mit einem Preisschub bei der Gas- und Wärmeversorgung zu rechnen.”

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten. Im vergangenen Jahr setzten viele Verbraucher daher den Rotstift an. Der Privatkonsum fiel als wichtige Konjunkturstütze aus.

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