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Inflation und keine Ende? Wann die Preise wieder sinken könnten

Die Wirtschaftweise Monika Schnitzer über die Aussichten für Verbraucher und was der Staat jetzt tun sollte.

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Ökonomin Prof. Monika Schnitzer, Mitglied des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (Bild: Sachverständigenrat)

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Berlin (dpa/tmn) Ob Semmeln, Strom oder Sprit: Die Lebenshaltungskosten in Deutschland haben in den vergangenen Monaten stark angezogen. So stark, dass gerade der ärmere Bevölkerungsteil teils nicht mehr weiß, wie er seine Rechnungen begleichen soll.

Die Frage ist: Lässt sich darauf hoffen, dass die Preise irgendwann wieder den Vorkrisenzustand erreichen? Die Wirtschaftsweise Prof. Monika Schnitzer gibt Antworten auf drängende Fragen.

Frage: Frau Prof. Schnitzer, wie lange, glauben Sie, werden die Preise in Deutschland in dem Maße weiter steigen, wie wir es aktuell sehen?
Interviewer
Wir erleben zunehmend, dass die Unternehmen die gestiegenen Energiekosten an ihre Kunden weitergeben. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Preise bis ins nächste Jahr noch ähnlich stark steigen werden wie aktuell. Wenn die Energiepreise nicht weiter steigen, sollten sich die Preissteigerungen aber im nächsten Jahr allmählich abflachen.
Prof. Monika Schnitzer
Auf welche Inflationsrate müssten wir etwa kommen, damit wir wieder von einem gesunden Maß der Preissteigerung reden?
Interviewer
Die hohe Inflation ist in ihrem Ursprung durch die gestiegenen Importpreise für Energie verursacht, die uns als Land ärmer machen. Die aktuellen Inflationsraten sind aber gerade für die ärmere Bevölkerung, deren Einkommen gerade so reicht und die keine Ersparnisse hat, schwer zu verkraften.

Eine rasche Senkung der Inflation auf das Zielniveau von zwei Prozent ist deshalb wünschenswert, kann aber auch durch Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank nicht sofort erzwungen werden. Deshalb wird es zu Anpassungen der Transferzahlungen und Löhne sowie staatlichen Hilfsmaßnahmen kommen müssen.
Prof. Monika Schnitzer
Können wir darauf hoffen, dass die Preise irgendwann wieder auf die Werte des Vorjahreszeitraums fallen? Oder müssen wir ab jetzt damit leben, dass die Preise von diesem Niveau aus weiter steigen – wenn auch moderater?
Interviewer
Wenn die Importpreise für Energie nicht mehr steigen, sondern sogar wieder zurückgehen, wird es – bei genügend Wettbewerbsdruck – auch wieder zu Preissenkungen kommen. Das ist aber erst in zwei Jahren zu erwarten, wenn ausreichend Alternativen insbesondere für die russischen Gaslieferungen verfügbar sind.

Wie stark die Preise in der Zwischenzeit noch steigen werden, wird davon abhängen, wie stark die gestiegenen Energieimportkosten an die Kunden weitergegeben und wie stark die Löhne steigen werden.

 
Prof. Monika Schnitzer

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