Ihre-Vorsorge Logo

Inflation wieder über Zwei-Prozent-Marke

Die Teuerungsrate in Deutschland ist zum zweiten Mal in Folge gestiegen. Im November zogen vor allem in einem Bereich die Preise deutlich an. Volkswirte erwarten einen weiteren Anstieg der Inflation.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Hände eines Mannes in weißem Hemd rahmen mehrere Stapel mit Goldmünzen, davor drei blaue, ansteigendePfeile.

© Nicht definiert

Wiesbaden (dpa) - Die Teuerung in Deutschland dürfte sich nach Einschätzung von Volkswirten nach einem erneuten Anstieg im November bis ins neue Jahr hinein über der Zwei-Prozent-Marke festsetzen. “Allein der Anstieg des CO2-Preises für Benzin, Heizöl und Gas sowie die Verteuerung des Deutschlandtickets, des Briefportos und der privaten Krankenversicherungen werden die Inflation um 0,3 Prozentpunkte erhöhen”, prognostiziert der Konjunkturchef des Ifo-Instituts, Timo Wollmershäuser. Zudem planen wieder mehr Unternehmen im Handel Preiserhöhungen. 

Das alles spricht dafür, dass die Inflation in Deutschland auch in den kommenden Monaten höher als zwei Prozent sein wird. Im November lagen die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt bestätigte. Im Oktober war die jährliche Rate nach zwei Monaten mit sinkenden Werten bereits auf 2,0 Prozent gestiegen, nun liegt sie erstmals seit Juli wieder über der Zwei-Prozent-Marke. Von Oktober auf November 2024 sanken die Verbraucherpreise hingegen um 0,2 Prozent. 

Steigende Inflationsrate - aber keine Teuerungswelle

Die gute Nachricht für Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher: Die Inflation dürfte trotz mancher Preisspitzen bei Butter im Supermarkt oder der Jahresrechnung der Autoversicherung insgesamt auf relativ moderatem Niveau bleiben. Mit einer Teuerungswelle wie im Jahr 2022, als sich infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine Energie und Lebensmittel sprunghaft verteuerten und die Inflationsrate in Deutschland bis auf fast neun Prozent kletterte, rechnet derzeit kein Experte. Hohe Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich dann für einen Euro weniger leisten können. 

Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung, hält den aktuellen Anstieg für vorübergehend: “Ab dem Frühjahr dürfte die Inflation dann wieder nachgeben. Für 2024 dürfte die Teuerung im Jahresschnitt bei 2,2 Prozent liegen, 2025 dann bei 2,0 Prozent.” 

Preistreiber Dienstleistungen

Im November verteuerten sich Dienstleistungen wie Gaststättenbesuche, Flugtickets oder Versicherungen in Deutschland wie im Vormonat überdurchschnittlich um insgesamt 4,0 Prozent. “Der kräftige Lohnanstieg der vergangenen Monate macht sich hier immer noch bemerkbar und dürfte auch noch in das Jahr 2025 tragen”, analysierte die Europa-Volkswirtin der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS, Ulrike Kastens. Für Nahrungsmittel mussten Verbraucherinnen und Verbraucher 1,8 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Butter zum Beispiel war fast 39 Prozent teurer. Im Oktober hatten die Lebensmittelpreise in Summe noch deutlicher über Vorjahresniveau gelegen. 

Günstiger als ein Jahr zuvor waren im November 2024 Tanken und Heizen: Insgesamt verbilligte sich Energie binnen Jahresfrist um 3,7 Prozent. In den Monaten davor hatten die Energiepreise jedoch noch deutlicher unter Vorjahresniveau gelegen und somit die Inflationsrate stärker gedämpft. Zum 1. Januar 2025 erhöht sich der Preis je Tonne Kohlendioxid (CO2) von 45 Euro auf 55 Euro. Damit steigt potenziell auch der Preis von Kraftstoffen wie Benzin und Diesel. So würde ein Liter Benzin umgerechnet 2,4 Cent mehr kosten.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Frankfurt und München galten lange als gefährdet in Sachen Immobilienblasen. Eine neue Studie sieht die Lage nun deutlich entspannter. Dahinter stecken mehrere Gründe.

Time
2 Minuten

Es zeichnet sich ab, dass Haushalte in diesem Jahr fürs Heizen oft mehr bezahlen müssen als 2025. Wer mit Gas heizt, könnte erstaunlicherweise aber noch Glück haben. Eine neue Studie nennt Gründe.

Time
3 Minuten

Steigende Energiepreise belasten viele Haushalte. Doch gerade beim Heizen sehen Fachleute noch viel Sparpotenzial – Hunderte Euro bei Wohnungen, in Einfamilienhäusern noch mehr. So gelingt es.

Time
4 Minuten

Die Neuauflage des Tankrabatts soll Autofahrer kurzfristig entlasten, stößt aber auf Kritik. Verbraucherschützer und Sozialverbände fordern gezieltere Maßnahmen für Haushalte mit geringem Einkommen.

Time
2 Minuten

Erst wurde den Krankenkassen die Pflicht erlassen, bei einer Beitragserhöhung jeden Versicherten zu informieren. Doch es gab heftige Kritik. Nun reagiert der neue Minister.

Time
6 Minuten

Der niedrige Füllstand der Gasspeicher in Deutschland beunruhigt viele Menschen. Aber wie funktioniert eigentlich das System der Gasspeicher?

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026