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IW-Studie: Dauerzinstief erschwert Vermögensaufbau für ärmere Haushalte

Sparer schauen schon lange in die Röhre. Es gibt aber auch Gewinner der europäischen Geldpolitik.

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Frau in der Küche mit Belegen und Notebook. Bild: IMAGO / Panthermedia /Wavebrakmedia Micro

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Frankfurt/München (dpa). Die seit Jahren extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank hat einer Analyse zufolge die Vermögensverteilung in Deutschland nicht entscheidend verändert. In allen Vermögensklassen gebe es Gewinner und Verlierer, stellte das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen fest.

Nicht nur die wirtschaftliche Lage (ärmer oder reicher), sondern auch Wohnverhältnisse (Eigentum oder Miete), Wohnort (Stadt oder Land) sowie Alter entscheiden demnach darüber, ob Menschen von dem Dauerzinstief und dem Anziehen insbesondere der Immobilienpreise eher profitiert haben oder nicht.

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Gewinner ist, wer rechtzeitig gebaut hat

„Von der expansiven Geldpolitik haben vor allem die Haushalte profitiert, die in der Vorkrisenzeit eine Immobilie erworben und finanziert haben und die bei sinkenden Zinsen ihre Kreditkosten senken konnten und gleichzeitig von steigenden Immobilienpreisen profitiert haben“, heißt es in der Studie.

Finanzkrise, Euro-Schuldenkrise, Corona-Krise – seit 2008 stemmt sich die EZB mit billigem Geld gegen die diversen Krisen. Der Leitzins im Euroraum liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent, zudem pumpt die Notenbank über gewaltige Kaufprogramme für Staats- und Unternehmensanleihen Milliarden ins System.

„Während viele Haushalte im Vergleich zur Vorkrisenzeit nun günstigere Finanzierungskosten und höhere Immobilienpreissteigerungen verzeichnen können, sind diese Effekte für Haushalte, die keine Immobilie besitzen oder die aktuell in den Immobilienmarkt einsteigen, trotz günstiger Finanzierungsbedingungen weniger vorteilhaft“, erklärt das Autorenteam. „Auch wird der Vermögensaufbau und die Altersvorsorge für diejenigen Haushalte, die aufgrund ihrer niedrigen Einkommen und niedrigen Vermögen auf risikoarme Anlageformen angewiesen sind, erschwert.“ Denn Sparkonten und viele Lebensversicherungen werfen kaum noch Rendite ab.

Da auch in Zukunft nur mit leicht höheren Zinsen zu rechnen sei, sei es wichtig, den Vermögensaufbau dieser Haushalte zu unterstützen, schreibt das Autorenteam: Eine Anpassung der Arbeitnehmersparzulage sei überfällig. Die Aktienkultur in Deutschland müsse konsequenter gefördert werden.

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