München (tö). Die Corona-Krise hat bei einem Verkaufsschlager der deutschen Finanzbranche tiefe Spuren hinterlassen. Die Renditen der offenen Immobilienfonds sind 2020 deutlich gesunken und werden 2021 weiter zurückgehen. Dies geht aus einer neuen Studie der Ratingagentur Scope hervor. Mit den Fonds können sich Privatanleger schon ab 25 Euro monatlich an Gewerbe- und Wohnimmobilien beteiligen. Nach Angaben des deutschen Fondsverbands BVI waren bis Ende März 2021 bereits mehr als 117 Milliarden Euro in offene Immobilienfonds angelegt.
2019, vor Corona, lief es mit einer durchschnittlichen Rendite von 3,2 Prozent noch gut. 2020, im Jahr der Pandemie, schrumpften die Renditen der von Scope näher analysierten 15 Fonds auf durchschnittlich 2,1 Prozent. Die durchschnittliche Ein-Jahres-Rendite betrug Ende Mai nur noch 1,9 Prozent. Die Unterschiede von minus 1,48 Prozent (Uni Immo Global) bis plus 5,22 Prozent (Fokus Wohnen Deutschland) sind dabei beträchtlich. Für das Gesamtjahr 2021 erwarten die Analysten der Ratingagentur durchschnittlich 1,5 Prozent.
Sechs Immobilienfonds herabgestuft
Die Ratingagentur hat deshalb die Rating-Note der Fonds teilweise heruntergestuft. Von den 15 Fonds konnten neun ihr Rating stabil halten. Sechs Fonds wurden aufgrund der gesunkenen Renditen herabgesetzt:
- Uni Immo Global, Uni Immo Europa und Uni Immo Deutschland von Union Investment (Volks- und Raiffeisenbanken)
- Grundbesitz Europa (DWS)
- Westinvest Interselect
- Wertgrund WohnSelect D
Die Fondsmanager investieren deshalb verstärkt in Wohnimmobilien wie Studentenwohnheime, Objekte für den Lebensmitteleinzelhandel oder der Gesundheitsbranche, und auch in Logistikimmobilien. Diese Segmente gelten als krisensicherer und weniger konjunkturabhängig.
