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Sparbuch: Erste Banken verlangen Negativzinsen

Noch immer liegen viele Milliarden auf deutschen Sparbüchern. Doch nun müssen Kunden aufpassen, dass sie nicht draufzahlen.

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Kontoauszug. Bild: IMAGO / blickwinkel

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München (rt). Auch für Guthaben auf Sparbüchern kann es jetzt Negativzinsen geben. Vorreiter sind zwei Großbanken. Die Targobank und die Commerzbank sind die ersten Kreditinstitute, die nun auch auf das klassische Sparkonto mit gesetzlicher Kündigungsfrist in bestimmten Fällen ein sogenanntes Verwahrentgelt kassieren. Doch das ist rechtlich umstritten. Die deutschen Sparkassen und auch Verbraucherschützer vertreten die Rechtsauffassung, dass Geldhäuser auf Spareinlagen keine Negativzinsen verlangen können.

Das gute alte Sparbuch ist nach wie vor beliebt. Fast jeder Zweite soll laut einer Studie der Commerzbank noch diesen Klassiker der Geldanlage besitzen, oft inzwischen online geführt. Die Einlagen sind zuletzt sogar kräftig gestiegen. Vor zehn Jahren waren gut 100 Milliarden Euro auf Sparbüchern mit der üblichen dreimonatigen Kündigungsfrist geparkt. Anfang 2021 waren es laut Bundesbank bereits fast 260 Milliarden.

Viele Sparer hierzulande schätzen offenbar, dass ihr Geld auf dem Sparbuch sicher ist und sie dort über eine finanzielle Notreserve verfügen können. Außerdem gab es bislang einen anderen großen Vorteil: Wer Erspartes auf ein Konto mit Sparbuchbedingungen bunkert, musste bis jetzt keine Negativzinsen zahlen.

Die ersten Banken verlangen Verwahrentgelte

Die Commerzbank will nun aber von Neukunden mit Guthaben oberhalb eines Freibetrags von 100.000 Euro einen Negativzins von 0,5 Prozent pro Jahr. Von 1. August an soll dieser Freibetrag sogar auf 50.000 Euro fallen.

Die Targobank verlangt bereits seit 1. April ein gestaffeltes Verwahrentgelt, ebenfalls nur für Neukunden. Nach Angaben des Geldhauses fallen bei einem Guthaben zwischen 50.000 und 100.000 zehn Euro im Monat an, ab einer halben Million sind 50 Euro, aber nicht mehr fällig. Die Targobank zahlt aber noch 0,01 Prozent Zinsen auf das Sparkonto, also 10 Euro bei 100.000 Euro, was unterm Strich aber immer noch ein Minus einschließlich der Negativzinsen ergibt.

Die Großbanken argumentieren, solche Negativzinsen seien zulässig und ohnehin wegen des extrem niedrigen Zinsniveaus auch wirtschaftlich notwendig. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sieht dies anders und verweist darauf, dass Sparbücher der Vermögensbildung dienten. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält Negativzinsen auf Sparbüchern ebenfalls für nicht möglich und prüft juristische Gegenschritte.

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