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Überschuldung durch steigende Mieten

Die finanzielle Belastung durch Mieten steigt – vor allem in vielen Großstädten. Experten sehen darin eine sehr bedenkliche Entwicklung.

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Hausmodell aus roter Wolle auf Bauplan, umgeben von Euro-Geldscheinen. Bild: IMAGO / Panthermedia / Stefan Trux

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Wiesbaden (dpa). Verbraucherschützer und Insolvenzrechtsexperten beobachten die insbesondere in Ballungsräumen steigenden Mieten mit Sorge. „Die Belastung durch Mietkosten stellt ein wachsendes Überschuldungsrisiko dar“, warnte Christoph Zerhusen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Miete sollte eigentlich nicht mehr als ein Drittel des Nettoeinkommens betragen. „Wir sehen aber immer häufiger, dass sie 50 Prozent und teilweise sogar mehr ausmacht. Das ist sehr bedenklich.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Montag hatten im vergangenen Jahr zwei von zehn überschuldeten Verbrauchern in Deutschland, die bei einer Schuldnerberatungsstelle Hilfe suchten, Mietschulden. Der Anteil ist seit 2015 weitgehend konstant. Doch gerade in Ballungsräumen könnten mehr Verbraucher in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Mietschulden sind in Ostdeutschland weiter verbreitet

Mietschulden sind nach Daten des Statistischen Bundesamtes in Ostdeutschland deutlich weiter verbreitet als im Westen. Wegen Rückständen für die Wohnung suchte 2018 fast jeder dritte Überschuldete (31 Prozent) im Osten Hilfe bei einer Schuldnerberatung. In den alten Bundesländern war das nur knapp jeder Fünfte (18 Prozent). In Ostdeutschland ist die Arbeitslosigkeit allerdings auch höher als im Westen. Im Mai lag die Quote im Osten bei 6,3 Prozent, in den alten Ländern bei 4,6 Prozent.

Die Bürger im Osten haben nach Angaben der Behörde auch höhere Mietschulden. Mit im Schnitt 1.147 Euro waren die ausstehenden Zahlungen für die Wohnung dort höher als in Westdeutschland (786 Euro). Im deutschlandweiten Mittel waren die überschuldeten Bundesbürger 2018 mit knapp 1,8 Monatsmieten im Rückstand. Das waren 3 Prozent der Gesamtschulden von gut 29.000 Euro.

Kein Ende des Mietpreisanstiegs in Sicht

In großen Städten sei aktuell kein Ende des Mietpreisanstiegs zu erkennen, sagte Zerhusen. Er appellierte an Betroffene, bei Mietschulden möglichst früh eine der zahlreichen Beratungsmöglichkeiten zu nutzen. „Wohnen ist existenziell.“

Auch Christoph Niering, Vorsitzender des Berufsverbandes der Insolvenzverwalter Deutschlands (VID), beobachtet, „dass in Ballungsräumen Mietschulden eine zunehmend größere Rolle spielen“. Bei anhaltenden Preissteigerungen dürfte sich das Problem verschärfen. Sollte sich zudem die Konjunktur deutlich abkühlen und die Arbeitslosigkeit steigen, werde die Lage für die Betroffenen noch schwieriger. „Wenn der Mietmarkt überhaupt auf eine Konjunkturabschwächung nennenswert reagiert, dann nur mit zeitlichen Verzögerungen“, erläuterte Niering.

Niering und Zerhusen sehen Unterschiede bei der Entwicklung in erster Linie zwischen strukturschwachen und starken Regionen.

Weitere Informationen

www.destatis.de
Mitteilung des Statistischen Bundesamtes

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