Berlin (dpa). Privaten Haushalten und Unternehmen in Deutschland drohen höhere Strompreise. Konkret geht es um einen eigentlich geplanten milliardenschweren Bundeszuschuss zu Netzentgelten – der aber im Zuge von Einsparungen nach dem Haushaltsurteil gestrichen werden könnte. Ohne den Zuschuss würden die Endkundenpreise deutlich steigen, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Deutschen Presse-Agentur.
Die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP hat für das kommende Jahr einen Bundeszuschuss zur anteiligen Finanzierung der Übertragungsnetzkosten von bis zu 5,5 Milliarden Euro geplant. Das Geld sollte aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) kommen – als Folge des Haushaltsurteils des Bundesverfassungsgerichts muss die Bundesregierung diesen Sondertopf allerdings zum Ende des Jahres auflösen. Das Geld für den Zuschuss müsste nun also aus dem Kernhaushalt kommen. Das aber dürfte schwierig werden.
Mögliche Folgen
Die Netzentgelte sind ein Bestandteil des Strompreises. Sollte der Bundeszuschuss zu den Entgelten für die Übertragungsnetze – den Stromautobahnen – wegfallen, rechnet das Vergleichsportal Verivox bei einer Familie mit einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden mit jährlichen Mehrkosten von rund 100 Euro.
Der Ökostromanbieter LichtBlick erwartet bei einem Wegfall des Bundeszuschusses für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden sogar eine Mehrbelastung von knapp 170 Euro. Die Stromkosten würden um brutto 4,15 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die zugesagte und von den Stromnetzbetreibern bereits in ihre Netzentgelte einkalkulierte Subventionierung der Übertragungsnetzentgelte müsse beibehalten werden.
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