München (tö). Haus- und Wohnungseigentümer haben im vergangenen Jahr im Durchschnitt 172 Euro an Grundsteuer gezahlt. 2019 lag die Grundsteuer B für bebaute und unbebaute Grundstücke bundesweit im Durchschnitt noch bei 169 Euro. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Beratungsunternehmens EY (früher Ernst & Young). Rechnet man die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke hinzu, spülte das in die Kassen der Gemeinden und Städten etwa 14,7 Milliarden Euro. Was Immobilieneigentümer oder deren Mieter, auf die die Steuer umgelegt werden darf, zahlen müssen, kann jedoch je nach Ort und Bundesland sehr unterschiedlich sein.
Hessische Gemeinde belegt Spitzenplatz
Für ihre Untersuchung werteten die EY-Berater Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus. Auffällig dabei ist: Von den 50 deutschen Kommunen mit den höchsten Hebesätzen befinden sich 32 in Nordrhein-Westfalen und 18 in Hessen. Den höchsten Hebesatz für die Grundsteuer hat die hessische 7000-Seelen-Gemeinde Lautertal mit 1050 Prozent. In 13 deutschen Kommunen müssen die Bürger hingegen gar keine Grundsteuer zahlen.
Mit der Grundsteuer werden zum Beispiel Schulen saniert, Straßen gebaut oder Schwimmbäder renoviert. Wegen der Corona-Pandemie haben jedoch viele Kommunen weniger Steuern eingenommen. Geld von Bund und Ländern konnten diese Einnahmeausfälle laut der EY-Studie sogar mehr als ausgleichen. Mattias Schneider, Leiter des Bereichs Government & Public Services bei der Beratungsgesellschaft, rechnet jedoch damit, dass den Kommunen in vielen Fällen nichts anderes übrig bleiben wird, „als wieder verstärkt Steuern zu erhöhen, um ihre Finanzlöcher auszugleichen. Einsparungen oder der Verkauf von Tafelsilber sind in vielen Kommunen kaum noch möglich.“
