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Zinssenkung trifft Sparer

Im Zuge der 8. Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) in Folge dürften auch die Konditionen für Anleger und Investoren fallen. Was Häuslebauer freut, frustriert die Sparer.

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Zinssenkung trifft Sparer

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Frankfurt/Main (dpa). Nachdem die EZB die Konditionen für Kredite und Einlagen heute abermals gesenkt hat, müssen sich Sparerinnen und Sparer auf weiter sinkende Zinsen für Tages- und Festgeld einstellen. „Solange die Europäische Zentralbank ihren aktuellen Zinssenkungskurs fortsetzt, dürfte es auch mit den Sparzinsen zunächst weiter nach unten gehen“, prognostiziert der Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, Oliver Maier. „Das gilt insbesondere für kurzfristige und täglich fällige Sparanlagen.“ 

Die EZB hat den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins am Mittag um 0,25 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent ermäßigt. Damit hat die Notenbank den Einlagenzins seit Beginn der Zinssenkungen im vergangenen Sommer halbiert. Zudem setzen die Euro-Währungshüter den Zins weiter herunter, zu dem sich Geschäftsbanken frisches Geld bei der Notenbank besorgen können: Statt 2,4 Prozent werden nun 2,15 Prozent fällig.

Festgeld wirft weniger Zinsen ab

Aktuell bringen bundesweit verfügbare Festgeldangebote mit zwei Jahren Laufzeit der Übersicht des Vergleichsportals Verivox zufolge durchschnittlich 2,0 Prozent Zinsen (Stand 01.06.2025). Auf dem Höhepunkt im November 2023 waren es im Schnitt 3,39 Prozent. Seitdem ging es stetig nach unten. Beim einjährigen Festgeld fielen die Zinsen mit im Schnitt 1,97 Prozent demnach erstmals seit Februar 2023 wieder unter die Zwei-Prozent-Marke. Verivox wertet regelmäßig Konditionen für eine Anlagesumme von 10.000 Euro aus. Informationen zur Verzinsung von Sparanlagen bietet zum Beispiel auch das Verbraucherportal Biallo.de.

Rasante Talfahrt bei Tagesgeldzinsen 

Die Tagesgeldzinsen bundesweit verfügbarer Angebote sind der Auswertung zufolge von 1,75 Prozent im März 2024 auf inzwischen 1,27 Prozent geschrumpft. Hier hat sich der Abwärtstrend nach Beobachtung von Verivox in den vergangenen Monaten verschärft: Anfang Februar des laufenden Jahres lagen die Durchschnittszinsen für Tagesgelder in Deutschland noch bei 1,56 Prozent. Einen so starken Einbruch in so kurzer Zeit habe es seit Beginn der Datenerhebung im Januar 2012 nicht gegeben, ordnete Maier ein. Inzwischen reichten Geldhäuser die sinkenden Leitzinsen in viel stärkerem Ausmaß an Sparerinnen und Sparer weiter.

Inflation frisst Zinserträge auf 

Tagesgeldkonten sind ein beliebter Geldparkplatz: Ende vergangenen Jahres waren nach Angaben der Bundesbank 3.406 Milliarden Euro und damit mehr als ein Drittel des gesamten Geldvermögens der privaten Haushalte hierzulande Bargeld und Sichteinlagen, auf die die Menschen bei Bedarf schnell zugreifen können. Der Nachteil: Bei einer allgemeinen Teuerungsrate in Deutschland von zuletzt 2,1 Prozent im Mai verliert das Geld angesichts der niedrigeren Verzinsung an Wert.

Ende der Zinsenkungsphase erreicht?

Da die Inflationsrate in der Europäische Union nun aber auf 1,9 Prozent gefallen ist, scheint manchen Beobachtern eine Fortsetzung der Zinssenkungen wenig wahrscheinlich. „Eine weitere geldpolitische Lockerung scheint aktuell nicht mehr notwendig", kommentiert Florian Heider, Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung (Safe). Der Prozess einer Stabilisation der Inflation scheint abgeschlossen. Mit der achten Senkung in Folge sind die Realzinsen jetzt fast bei null und eine weitere Stimulation der Wirtschaft durch niedrige Zinsen ist im Moment nicht angebracht. Viele wirtschaftliche Probleme sind struktureller Natur. Allerdings steht die europäische Wirtschaft durch geopolitische Spannungen und dem Zollkonflikt vor Herausforderungen. Die EZB sollte sich geldpolitischen Spielraum erhalten, um bei neuen geopolitischen oder wirtschaftlichen Schocks schnell reagieren zu können.“

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