Ihre-Vorsorge Logo

Ärzteverband beklagt „Kinderkliniksterben“ in Deutschland

Vor allem die Versorgung chronisch kranker Kinder ist durch die Schließung vieler Kinderkliniken in Deutschland gefährdet. Was sind die Gründe?

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Berlin/Schwerin (dpa). Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt vor Engpässen bei der medizinischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen. „Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Kinderkliniken und -stationen ist akut gefährdet“, sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach am Mittwoch laut einer Mitteilung. Die Zahl der Betten in den Kinderabteilungen der deutschen Krankenhäuser gehe seit mehr als 20 Jahren stetig zurück. Der Verband sprach von einem „Kinderkliniksterben“ und forderte die Politik dazu auf, die klinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu sichern.

Fallpauschalen bedeuten das Aus für viele Kliniken

Zuvor hatte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ die Abschaffung sogenannter Fallpauschalen in Krankenhäusern gefordert. „Fallpauschalen führen dazu, dass sich Kinderkliniken auf dem Lande nicht mehr rechnen“. Die Profitorientierung im Gesundheitssystem könne so nicht bleiben, sagte die SPD-Politikerin.

Über Fallpauschalen rechnen die Krankenhäuser die Behandlung von Patienten ab. Je nach Krankheit und Behandlungsart gibt es eine bestimmte Summe, mit der dann alle Personal- und Sachkosten abgegolten sind.

Hintergrund der aktuellen Debatte ist der Fall einer 2019 geschlossenen Kinderstation in einem Asklepios-Krankenhaus in Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Das Unternehmen hatte als Grund Ärztemangel angegeben und weist den Vorwurf zurück, die Station aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben zu haben.

Profitorientiertes Gesundheitssystem

Vom Kinder- und Jugendärzteverband hieß es am Mittwoch: „Eine solche Schließung ist kein Einzelfall.“ Die von der Politik gewünschte Privatisierung des Gesundheitssystems sowie die Einführung von Fallpauschalen hätten zu dieser Entwicklung geführt.

Die Politik müsse eine Vergütung der Kliniken sicherstellen, die dem erhöhten Aufwand der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen entspreche. „Außerdem fordern wir auch für ländliche Regionen eine wohnortnahe qualifizierte ambulante Versorgung. 50 Kilometer und mehr bis zur nächsten Kinderstation – das darf nicht sein.“

Weitere Nachrichten auf Ihre Vorsorge


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

In Frankfurt treffen sich ab Mittwoch rund 1000 Altersmediziner und Altersforscher. Ein Thema des Kongresses ist die Suche nach dem ewigen Leben.

Time
2 Minuten

Lungenkrebs-Screening für Raucher, Früherkennung für Brust und Darm: Mehr als eine halbe Million Menschen erkrankt jährlich an Krebs. Was man tun kann und was sich für Versicherte geändert hat.

Time
4 Minuten

Die Krankenkasse kündigt eine Prüfung durch den Medizinischen Dienst an? Das kann Krankengeld und sogar den Job kosten. Was Arbeitnehmer wissen sollten.

Time
2 Minuten

Wer betreut die im Haushalt lebenden Kinder während einer Reha-Maßnahme? Die Deutsche Rentenversicherung kann helfen.

Time
5 Minuten

Halsweh, Schnupfen, vielleicht Fieber: Welches Virus legt mich lahm? Seit der Pandemie wollen es viele genau wissen.

Time
3 Minuten

Nicht jede Demenzerkrankung lässt sich verhindern. Doch schon kleine Dinge stärken das Gehirn und senken das Risiko für krankhafte Veränderungen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026