Changsha (bd). Wer bei Schmerzen zur löslichen Brausetablette greift, geht damit ein höheres Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ein. Das ist das Ergebnis einer groß angelegten Studie eines chinesischen Forscherteams, die in der Fachzeitschrift European Heart Journal veröffentlicht wurde. Den Forschern ging es dabei nicht um das Schmerzmittel selbst, sondern um das in den Brausetabletten enthaltene Natrium.
Sie griffen für die Studie auf eine umfangreiche Datenbank mit Krankenakten britischer Hausarztpraxen zurück. Die Patienten waren zwischen 60 und 90 Jahre alt. Eine Gruppe von gut 4500 Patienten litt unter Bluthochdruck und hatte natriumhaltige Schmerztabletten mit dem Wirkstoff Paracetamol verschrieben bekommen, ebenso wie eine zweite Gruppe von rund 5400 Patienten mit normalem Blutdruck.
Nach einem Jahr waren 5,6 Prozent der Hochdruck-Patienten und 4,4 Prozent der Menschen mit normalem Blutdruck an einem Herzinfarkt, an Herzschwäche oder einem Schlaganfall erkrankt. In den entsprechenden Vergleichsgruppen mit jeweils mehr als 140.000 Teilnehmern erhielten die Patienten ebenfalls Paracetamol, allerdings ohne Natrium. Hier erkrankten nur 4,6 beziehungsweise 3,7 Prozent. Dabei stieg das Risiko mit der Häufigkeit der Einnahme an.
Nicht der Wirkstoff selbst schadet, sondern das Natrium
Einen ähnlichen Effekt konnten die Forscher auch bei Brausetabletten mit anderen Wirkstoffen wie Ibuprofen und Ranitidin beobachten. Allerdings wurden diese für eine belastbare Aussage zu selten verschrieben.
Der Einsatz von Natrium in Medikamenten steht schon länger in der Kritik. Ältere Studien hatten bereits gezeigt, dass natriumhaltige Brausetabletten den Blutdruck erhöhen können. Die WHO empfiehlt, täglich nicht mehr als 2 Gramm Natrium zu sich zu nehmen. Eine typische Brausetablette enthält bereits zwischen 0,39 und 0,44 Gramm Natrium.
