Ihre-Vorsorge Logo

Beschäftigte aus Indien: Ausweg aus dem Demografietrend?

Mehr Zuwanderer sollen dabei mithelfen, den Alterungsprozess hierzulande zu bewältigen. Das arbeitgebernahe IW denkt hier vor allem an ein Land.

Artikel vorlesen

Tags

Autor / Quelle

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Flugzeug im Landeanflug bei Sonnenuntergang. Bild: IMAGO / blickwinkel / McPHOTO/M.Gann

© Nicht definiert

Köln/Bad Homburg (sth). Noch sind sie in Deutschland eine überschaubare Minderheit – doch ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: Immer mehr Frauen und Männer aus Indien drängen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Die Zahl der Menschen mit indischer Staatsangehörigkeit sei hierzulande "zwischen den Jahren 2010 und 2020 von 48.000 auf 151.000 angewachsen", heißt es in ener Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Auffällig sei dabei, dass in den zurückliegenden Jahren vor allem die Zahl jener Inderinnen und Inder gestiegen sei, die "(zunächst) ein Hochschulstudium in Deutschland" absolvieren. 

Ein Trend, der nach Ansicht des IW "durchaus zu begrüßen" ist. Zum einen würden die Qualifikationen der Hochschulabsolventen und -absolventinnen vom Subkontinent nach einem Studium in Deutschland "passgenauer den Anforderungen des deutschen Arbeitsmarkts entsprechen". Zudem beteilige sich Deutschland in diesem Fall an den Ausbildungskosten für die jungen Zuwanderer, argumentiert Studienautor Wido Geis-Thöne, IW-Experte für Familienpolitik und Migrationsfragen. Aber auch, wenn indische Beschäftigte erst nach dem Ende ihrer Ausbildung nach Deutschland kämen, drohe dem asiatischen Milliarden-Volk kein "Brain-Drain" (Talente-Abwanderung), beugt die IW-Studie möglicher Kritik an einer gezielten Werbekampagne in Indien vor. "Mit allein rund 44,8 Millionen hochqualifizierten Personen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren ist die Fachkräftebasis in Indien so groß, dass auch aus deutscher Sicht sehr starke Wanderungsbewegungen kaum ins Gewicht fallen", so das IW.

Positive Entwicklung keinesfalls selbstverständlich

Dass sich die Zuwanderung aus Indien in den letzten Jahren so positiv entwickelt habe, sei "keinesfalls selbstverständlich", heißt es in der Studie weiter. Denn Deutschland befinde sich beim Werben um qualifizierte indische Beschäftigte vor allem mit den angelsächsischen Ländern wegen der englischen Sprache und ihren starken indischstämmigen Communities in Konkurrenz. Ein wichtiger Erfolgsfaktor dürfte laut IW-Experte Geis-Thöne neben einem zunehmend positiveren Deutschlandbild in der Welt besonders die gezielte Ansprache von Zuwanderungs-Interessierten in Indien "durch die Onlineplattform „Make it in Germany“ gewesen sein". Diese Aktivitäten sollten "weiter ausgebaut werden", empfiehlt das IW. Wegen der vielen jungen Arbeit suchenden Inderinnen und Inder sei es auf längere Sicht "sinnvoll, ein Drittel und mehr der in Deutschland benötigten Zuwanderer aus Indien zu gewinnen".

Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) bestätigen die zunehmende Erwerbstätigkeit von Zuwanderern aus Indien hierzulande. Während 2010 erst knapp 15.600 Inderinnen und Inder als versicherungspflichtig beschäftigt gezählt wurden, waren es laut jetzt veröffentlichten DRV-Zahlen im Jahr 2020 bereits mehr als 72.000. Etwa drei Viertel der Beschäftigten mit indischem Pass waren demnach Männer; aber auch knapp 19.000 Frauen zählten die Renten-Statistiker. Vielleicht auch angesichts solcher Zahlen empfiehlt das IW in seiner Studie, darauf hinzuwirken, "dass sich die Wanderungsströme nicht stark auf einzelne Regionen und soziale Gruppen in Indien konzentrieren". 

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Setzt die Koalition die Rentenreform um oder überlegt es sie sich bei der populären „Rente mit 63“ noch einmal anders? Die Sozialministerin will die Reform – und macht ein Versprechen.

Time
2 Minuten

Der Kanzler macht auch nach der CDU-Schlappe in Sachsen-Anhalt klar, dass große Gesetzesvorhaben weitergehen sollen. Bei der Rente signalisiert er Gesprächsbereitschaft über eine heikle Frage.

Time
2 Minuten

Gesellschaftsforscher haben sich eine wichtige Zahl zur Rente genauer angeschaut: die statistische Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren. Wie nah liegt sie an der Wirklichkeit?

Time
6 Minuten

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt mehren sich Stimmen in der Regierungskoalition, die viele Reformpakete wieder aufschnüren wollen. Im Zentrum der Kritik: die Vorschläge der Alterssicherungskommission.

Time
2 Minuten

Der erstmalige Bezug von Altersrente lag 2025 laut Jahresbericht der deutschen Rentenversicherung bei durchschnittlich 64,7 Jahren.

Time
1 Minuten

Angst vor Lücken in der Rentenbiografie durch lange Krankheit oder private Krankenversicherung? Das lässt sich vermeiden.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026