Berlin/Bad Homburg (sth). Die Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger waren im ersten Quartal dieses Jahres bemerkenswert stabil. Wie aus den am Wochenende veröffentlichten neuen Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervorgeht, verringerte sich der Finanzpuffer der Rentenkassen, die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage, im März gegenüber dem Vormonat nur um etwa 55 Millionen Euro. Im Januar und Februar war die Rücklage jeweils um rund 100 Millionen Euro geschrumpft. Ende März lagen demnach etwa 38,75 Milliarden Euro auf den Konten der 16 Rentenversicherer – im Dezember 2021 waren es noch 39 Milliarden gewesen.
Die März-Rücklage entsprach den DRV-Angaben zufolge 1,53 Monatsausgaben und lag damit weiterhin über der gesetzlich vorgesehenen Höchst-Rücklage von 1,5 Monatsausgaben. Im Falle einer stabilen konjunkturellen Entwicklung könnte die Rücklage damit womöglich langsamer sinken als im Herbst vergangenen Jahres vom Schätzerkreis für die Rentenversicherung prognostiziert. Damals hatten die Finanzexperten der Rentenversicherung, des Bundesarbeitsministeriums und des Bundesamts für Soziale Sicherung für das Ende des laufenden Jahres eine Rücklage von 31,1 Milliarden Euro erwartet. Der am 24. Februar begonnene Krieg in der Ukraine machte sich damit im ersten vollen Monat nach Kriegsbeginn in den Rentenkassen noch nicht bemerkbar.
Im Jahresvergleich stiegen die Beitragseinnahmen der DRV-Träger im März um knapp eine Milliarde Euro, im Februar waren es sogar 1,45 Milliarden Euro gewesen. Das bestätigt die jüngsten Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA), denen zufolge sich der Arbeitsmarkt hierzulande weiterhin auf einem Erholungspfad befindet. Allerdings werde die Entwicklung „durch den Krieg Russlands gegen die Ukraine gebremst“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BA, Detlef Scheele, in der vergangenen Woche. Ende Februar waren laut Scheele mehr als 34,2 Millionen Frauen und Männer sozialversicherungspflichtig beschäftigt – etwa 720.000 mehr als ein Jahr zuvor.