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EU: Ältere bleiben vielfach länger im Job

Altersübergangsreport: Immer mehr Menschen zwischen 55 und 64 Jahren in den EU-Ländern arbeiten – aber unterschiedlich stark.

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Kreis von Fahnenmasten mit europäischen Flaggen. Bild: IMAGO / YAY Images / fifg

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Duisburg/Essen (iaq/sth). Immer mehr Ältere arbeiten – jedoch in der EU nicht gleich viele. Das zeigt der am Wochenende veröffentlichte Altersübergangsreport des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen (UDE), der im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung die Alterserwerbsbeteiligung in Europa untersucht hat. Demnach waren 2016 rund 36 Millionen Erwerbstätige zwischen 55 und 64 Jahren alt – und damit jeder sechste Beschäftigte in der EU (16,5 Prozent).

Obwohl seit 2005 fast überall der Anteil älterer Beschäftigter zugenommen habe, gebe es erhebliche Unterschiede zwischen den 28 EU-Mitgliedsstaaten, heißt es in der IAQ-Studie. Während Länder wie Deutschland (19,4), Italien (17,5) oder Finnland (19) über dem EU-Durchschnitt lägen, arbeiteten in Frankreich (15,6), Spanien (15,3) oder dem Vereinigten Königreich (15,7) deutlich weniger Ältere. Eine geringere Beschäftigung Älterer gebe es demnach in zwei Drittel aller EU-Länder, ermittelten die Forscher Arthur Kaboth und Martin Brussig.

Der auf Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat basierenden Studie zufolge wird die Lücke bei der Erwerbsbeteiligung zwischen Jüngeren und Älteren nahezu überall in der Europäischen Union kleiner – "sogar in Ländern mit langanhaltenden Wirtschaftskrisen", schreiben die Wissenschaftler. Hier sehen die IAQ-Forscher ein Novum, da in der Vergangenheit bei hoher Arbeitslosigkeit die Älteren vom Arbeitsmarkt verdrängt worden seien. Heutzutage lasse auch "die stärkere Integration älterer Frauen in den Arbeitsmarkt die Lücke schrumpfen".

Zentrale Ergebnisse der Studie im Überblick

Die wichtigsten Ergebnisse der IAQ-Studie im Überblick:

  • In nahezu allen 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ist die Erwerbsbeteiligung Älterer von 2005 bis 2016 gestiegen. Trotz dieses praktisch universellen Trends, gibt es erhebliche Unterschiede innerhalb der EU. Die europäischen Beschäftigungsziele von 2010 wurden auch im Jahr 2016 teilweise nicht erreicht.
  • Große Unterschiede in der Alterserwerbsbeteiligung zeigen sich vor allem zwischen Männern und Frauen. In der Regel sind die Erwerbstätigenquoten der Männer höher als die der Frauen. Die stärkeren Zuwächse sind allerdings auf Seiten der Frauen zu beobachten.
  • Der Abstand der Erwerbstätigenquoten zwischen jüngeren und älteren Erwerbstätigen – die Alterslücke – wird kleiner. Auch dies ist in nahezu allen Ländern vorzufinden. Die Alterslücken von Männern und Frauen unterscheiden sich in den meisten Ländern der EU nicht wesentlich voneinander. Vor allem die stärkere Erwerbsintegration älterer Frauen lässt die Alterslücke kleiner werden.
  • Geringqualifizierte (Ältere) sind in den meisten europäischen Ländern benachteiligt, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß. Es zeigt sich eine starke Streuung innerhalb der EU bei dieser Personengruppe. Mit steigender Qualifikation sinkt hingegen die Alterslücke. Höhere Bildungsabschlüsse erhöhen die Erwerbschancen auch für Ältere.
  • Die Alterslücke ist nahezu überall in Europa gesunken, auch in Ländern mit langanhaltender rückläufiger wirtschaftlicher Entwicklung. Im Vergleich zu früheren Rezessionen ist die relativ stabile Alterserwerbsbeteiligung in Europa ein Novum, denn in der Vergangenheit wurden bei hoher Arbeitslosigkeit Ältere vielfach vom Arbeitsmarkt verdrängt.

Mehr zum Thema:

www.iaq.uni-due.de

Link zum Altersübergangsreport 1/2018 des IAQ an der Universität Duisburg-Essen (im pdf-Format)

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