Berlin/Bad Homburg (sth). Bezieherinnen und Bezieher einer gesetzlichen Altersrente konnten nach 40 Jahren Versicherungsjahren Ende 2020 im Schnitt mit einer monatlichen Netto-Rente von 1.371 Euro rechnen. Allerdings unterschied sich die Höhe der Auszahlungen in den alten und neuen Bundesländern erheblich: Während Seniorinnen und Senioren im westlichen Teil Deutschlands durchschnittlich 1.428 Euro ausgezahlt bekamen, waren es im Osten 1.252 Euro. Damit waren die Ost-Renten auch 30 Jahre nach der deutschen Einheit mehr als zwölf Prozent niedriger als Altersrenten im Westen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung (S. 91) auf eine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann hervor.
Die höchsten Renten gingen den Regierungsangaben zufolge an Rentnerinnen und Renten im Saarland (im Schnitt 1.496 Euro) und in Nordrhein-Westfalen (1.491 Euro). „Hier arbeiteten viele Männer früher in gutbezahlten Jobs im Bergbau und erhalten heute daraus vergleichsweise hohe Renten”, heißt es zur Erklärung der Zahlen im Rentenatlas 2021 der Deutschen Rentenversicherung (DRV). In den östlichen Bundesländern erhielten demnach vor allem Ruheständler und -ständlerinnen in Ost-Berlin vergleichsweise hohe Renten – „begründet durch den relativ hohen Anteil von Rentnern mit Ansprüchen aus ehemaligen Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der DDR”, so der DRV-Rentenatlas.
Auch niedrigere Löhne im Osten erklären Renten-Unterschied
Versicherungsjahre sind die gesamte Zeit, die man in der gesetzlichen Rentenversicherung war – also auch Jahre, in denen Versicherte zum Beispiel wegen Arbeitslosigkeit keinen Beitrag zahlen. Solche Zeiten könnten einen Teil der Unterschiede zwischen Ost und West erklären. Auch niedrigere Löhne spielen eine Rolle. Pellmann meinte: „Die Rentenlücke zwischen Ost und West ist auch die Folge des riesigen Niedriglohnsektors in Ostdeutschland und jahrzehntelang falscher Arbeitsmarktpolitik.”
Zu beachten ist aber: Die Zahlen beziehen sich nur auf den direkten Vergleich bei jeweils 40 Versicherungsjahren. Weil viele im Osten mehr Berufsjahre haben als im Westen, sind die tatsächlichen durchschnittlichen Zahlbeträge im Osten höher als im Westen. Sie lagen, gerechnet auf alle Rentner im Bestand Ende 2020, für Männer im Westen bei 1.179 Euro, im Osten bei 1.249. Bei Frauen waren es 741 Euro (West) zu 1.065 Euro (Ost). Das geht aus Zahlen der gesetzlichen Rentenversicherung hervor.
