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"Weg zur Erwerbsminderungsrente erleichtern"

IAQ-Forscher wollen mehr Transparenz für Versicherte durch persönliches Recht auf Vorsprache bei zuständiger Behörde.

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Ein Mann füllt mit einem Stift ein Dokument aus, eine Frau untersützt ihn dabei. Bild: IMAGO / PhotoAlto

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Duisburg/Essen (iaq/sth). Wer krank oder schwerbehindert ist, kann vorzeitig in Rente gehen – theoretisch. Denn das Bewilligungsverfahren bei Erwerbsminderung ist langwierig, die Zugangshürden sind hoch und die Rente oft niedrig. In einer aktuellen Studie für die Hans-Böckler-Stiftung zeigt das Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

IAQ-Rentenexperte Martin Brussig und seine Forscherkolleginnen Patrizia Aurich-Beerheide und Manuela Schwarzkopf haben dafür rund 75 Vertreter von Rentenversicherung, Arbeitsagenturen, ärztlicher Begutachtung und anderen Experten in verschiedenen Regionen interviewt. Die Bedeutung von Erwerbsminderungsrenten wird nach Einschätzung des IAQ-Forschungsteams weiter zunehmen, weil die Regelaltersgrenze steigt, viele nicht mehr bis dahin arbeiten können und Frühverrentungsmöglichkeiten "verschlossen" sind, auch Verrentungen wegen psychischer Erkrankungen nehmen zu.

Mehr Transparenz für Versicherte schaffen

Das IAQ-Team schlägt deshalb vor, mehr Transparenz für die Versicherten zu schaffen, indem sie besser beraten werden und grundsätzlich ein Anrecht darauf haben sollten, ihren Fall der zuständigen Stelle persönlich vorzutragen. Kommunikationsbarrieren zwischen den Fachdisziplinen könnten durch Fortbildung, Wissensdatenbanken, Expertenpools und „professionsübergreifende Fallkonferenzen“ abgebaut werden.

Aber auch grundsätzlich müsste die Absicherung bei Erwerbsminderung überdacht werden: Versichert ist lediglich die Arbeitsfähigkeit – die Qualifikation zur Erwerbsfähigkeit und der vorherige Verdienst werden nicht berücksichtigt. "Um die vorzeitige Verrentung möglichst zu vermeiden, brauchen gesundheitlich eingeschränkte Menschen ernsthafte Unterstützung bei der Arbeitsmarktintegration", fordert das IAQ-Team. "Anzustreben ist eine Erwerbsminderungsrente, die zielgenau ist, als gerecht akzeptiert wird, bei Erwerbsminderung sichert und bei der Rückkehr in Beschäftigung unterstützt!"

Mehr zum Thema:

www.boeckler.de

Link zur Studie "Zugangssteuerung in Erwerbsminderungsrenten" eines Forscherteams am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen für die Hans-Böckler-Stiftung (im pdf-Format)

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