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Zuwanderung: Chance und Aufgabe

FNA-Jahrestagung: Menschen aus dem Ausland können die Alterssicherung stabilisieren, wenn sie gefördert und in den Arbeitsmarkt integriert werden.

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Kreis von Fahnenmasten mit europäischen Flaggen. Bild: IMAGO / YAY Images / fifg

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Berlin (sth). Die anhaltend starke Zuwanderung nach Deutschland ist eine Chance für die Stabilisierung des deutschen Rentensystems. Um die persönlichen Ressourcen der Zugewanderten aber auch möglichst umfassend und produktiv für die deutsche Gesellschaft insgesamt nutzen zu können, sind zunächst erhebliche Anstrengungen bei der Bildung und gesellschaftlichen Integration der Betroffenen erforderlich. Zudem wird die berufliche und Lebensperspektive von Zuwanderern auf absehbare Zeit erheblich davon abhängen, ob sie aus freier Entscheidung oder wegen Flucht und Verfolgung nach Deutschland kommen. Das war eine zentrale Erkenntnis der Jahrestagung des Forschungsnetzwerks Alterssicherung (FNA) bei der Deutschen Rentenversicherung Ende vergangener Woche in Berlin.

"Die Zukunft des deutschen Sozialstaats wird erheblich vom Umfang der Migration und der Integration von Migrantinnen und Migranten beeinflusst werden", fasste Arbeitsmarktforscher Herbert Brücker vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vor rund 120 Wissenschaftlern und Rentenexperten seine Analyse über die Integration von Zugewanderten in den deutschen Arbeitsmarkt zusammen. Zudem werde die Migration die Bildungsstruktur in Deutschland verändern. Es werde eine stärkere "Polarisierung am oberen und unteren Ende" geben, sagte Brücker. Dadurch werde die Bedeutung des dualen Bildungssystems in Deutschland "erodieren". Als Beispiele für Branchen, in denen die Ausbildung künftig weniger Bedeutung haben könnte, nannte Brücker die Gastronomie, den Reinigungssektor oder private Sicherheitsdienste.

"Erfolgsmodell Arbeitnehmerfreizügigkeit"

Die seit 2011 (Polen und andere mitteleuropäische Staaten) sowie seit 2014 (Rumänien und Bulgarien) auch für Arbeitnehmer aus den östlichen EU-Staaten geltende Freizügigkeit sei "das Erfolgsmodell" in der Europäischen Union, erklärte der Arbeitsmarktexperte. Der freie Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt für Menschen aus diesen Ländern habe trotz unregulierten Arbeitsmarktzugangs für hohe Erwerbstätigenquoten gesorgt. Besonders gute Erfolge seien dabei unter Rumänen und Bulgaren zu verzeichnen gewesen, so Brückner. Dennoch erlaube das geltende Zuwanderungsrecht bisher nur die Zuwanderung nach Deutschland zu Erwerbszwecken, schränkte er ein. Bei Fortsetzung der bisherigen Einwanderungspolitik werde Deutschland das Erwerbspersonenpotenzial "auch durch Migration nicht stabilisieren können", warnte Brücker.

Mit Blick auf die sozialen Sicherungssysteme zeigte sich der IAB-Forscher zuversichtlich, dass künftige Zuwanderer bei einer gelingenden gesellschaftlichen Integration und zügigem Erwerb von notwendigen deutschen Sprachkenntnissen "ähnlich hohe Beschäftigungsquoten wie im Bevölkerungsdurchschnitt" erzielen könnten. Der Umfang der Migration und die Integrationschancen hingen jedoch von der künftigen Regulierung des Arbeitsmarktzugangs hierzulande ab. Es sei aber "nicht unrealistisch", dass bei einer richtigen Setzung von Rahmenbedingungen die sozialen Sicherungssysteme und der deutsche Staat von Zuwanderern profitieren würden, prognostizierte Brücker.

Weiterer Bericht folgt

Mehr zum Thema:

www.ihre-vorsorge.de/

Link zum Bericht über die Tagung des Forschungsnetzwerks Alterssicherung (FNA) vom 26.01.2018

http://iab.de/

Link zu Informationen über den Tagungsreferenten Prof. Dr. Herbert Brücker

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