Ihre-Vorsorge Logo

Arbeitsplatzsorgen auf höchstem Stand seit der Finanzkrise

Die Wirtschaftskrise in Deutschland mit vielen Stellenstreichungen sorgt für wachsende Unsicherheit in der Bevölkerung. Vor allem bei zwei Gruppen ist die Angst vor dem Verlust des eigenen Jobs groß.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Menschen arbeiten in einem Großraumbüro. Bild: IMAGO / Westend61

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Die Menschen in Deutschland machen sich laut einer Umfrage zunehmend Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Im Jahr 2025 schätzen 16 Prozent der Bundesbürger ihren Job als „sehr unsicher“ oder „eher unsicher“ ein, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY, aus der die „Welt“ zitiert. Das ist der höchste Wert seit 2009. Damals, unter dem Eindruck der globalen Finanzkrise, hatten 22 Prozent ihren Job als insgesamt unsicher gesehen.

Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil derer, die sich Sorgen machen, um drei Prozentpunkte gestiegen. Verglichen mit 2023 sind es fünf Prozentpunkte, geht aus der Studie hervor, für die im November gut 1.000 Menschen repräsentativ befragt wurden. Sie liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Gleichwohl schätzen demnach 84 Prozent der Befragten den eigenen Arbeitsplatz trotz der anhaltenden Wirtschaftsflaute als sicher ein, 45 Prozent sogar als sehr sicher. 

„Wir sehen zwar einen schleichenden Rückgang der Arbeitsplatzsicherheit, aber wir sind weit von einer allgemeinen Untergangsstimmung entfernt“, sagte Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY. „Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass die Zuversicht zurückkommt, sobald die Konjunktur wieder anspringt.“ Die Menschen ließen sich in der Mehrheit nicht verrückt machen. 

Größte Sorgen bei den Jüngeren und Geringverdienern

Beim Thema Jobangst gibt es ferner große Unterschiede. Die Generation der Babyboomer hat das größte Zutrauen: Lediglich zehn Prozent der Über-55-Jährigen fürchtet um den eigenen Job. In der Altersgruppe von 36 bis 45 Jahren machen sich dagegen überdurchschnittliche 17 Prozent Sorgen, bei den Unter-35-Jährigen sind es 21 Prozent und damit mehr als jeder Fünfte. 

Eine große Rolle spielt zudem das Einkommen: Je weniger verdient wird, desto höher ist die Angst. Unter Geringverdienern mit weniger als 25.000 Euro Jahreseinkommen sorgen sich 36 Prozent um den eigenen Job. Bei denjenigen mit einem Salär von über 70.000 Euro liegt der Wert nur bei acht Prozent.

„Große Skepsis in der Bevölkerung“

Einhergehen die Sorgen um den Job mit gedämpften Erwartungen an die eigene Finanzlage. Nur 17 Prozent erwarten, dass sie im neuen Jahr mehr Geld zur Verfügung haben werden. Umgekehrt fürchten 26 Prozent, dass sich ihre Finanzlage verschlechtert.

„Nach wie vor sehen wir in der Bevölkerung eine große Skepsis, sowohl in Bezug auf die eigene Finanzlage als auch hinsichtlich der Konjunktur und der generellen Entwicklung des Standorts Deutschland“, sagte EY-Chef Ahlers. Viele Menschen blieben sehr vorsichtig und hielten sich mit größeren Anschaffungen zurück.

Beim Sozialverband Deutschland hieß es, die Sorgen der Menschen spiegelten sich in der Sozialberatung wider. Es gehe um bezahlbaren Wohnraum, einen gefüllten Kühlschrank auch zum Ende des Monats, eine warme Wohnung und einen Job, mit dem man armutsfrei leben könne. 

Trotz allem begründeten Reformbedarf etwa bei Rente, Gesundheit und Pflege sei es auch Aufgabe der Politik, klare Signale der Sicherheit und der Zuversicht zu senden, sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. „Wir appellieren daher an die Bundesregierung, im neuen Jahr die Bürgerinnen und Bürger stärker mitzunehmen und nicht tagtäglich mit neuen Ideen und unausgegorenen Forderungen zu verschrecken.“


Weitere Artikel

Time
1 Minuten

Die EH-55-Förderung ist beliebt, nun legt das Bauministerium nach. Wer davon profitieren will, muss allerdings schnell sein.

Time
2 Minuten

Wie viel spart man wirklich durch die Führerscheinreform? Verkehrsminister Steffen Bilger nennt erstmals konkrete Zahlen – und erklärt, warum nicht alle Fahrschüler gleichermaßen profitieren.

Time
1 Minuten

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) will, dass die Verhinderungspflege als eigenständige Leistung erhalten bleibt. Ansonsten könnte für pflegende Angehörige faktisch eine Kürzung bevorstehen.

Time
5 Minuten

Wer verspricht Landarzt zu werden, bekam leichter einen Studienplatz. Doch gegen die Quotenregelung gibt es zahlreiche Klagen. Erstmals hat ein Gericht nun einige grundsätzliche Fragen klargestellt.

Time
4 Minuten

53 Prozent fühlen sich psychisch belastet, 50 Prozent berichten von Fehlern bei der Medikation: Eine Umfrage zeigt, welche Schwierigkeiten pflegende Angehörige oft haben.

Time
2 Minuten

Pflegeheime verwahren Bargeld oft sicher für die Bewohner und zahlen es bei Bedarf aus. Das aber führt nicht selten zu Streit.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026