Ihre-Vorsorge Logo

Behinderung: Persönliches Budget selbst verwalten

Eine Behinderung soll kein Hindernis dabei sein, selbstständig zu leben. Dafür gibt es das Persönliche Budget. Wie hoch darf oder muss es sein?

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Ein Mann im Rollstuhl.

© Nicht definiert

Mainz/Berlin (dpa/tmn). Menschen mit Behinderung haben Anrecht auf ein sogenanntes Persönliches Budget. So können sie Leistungen zur Teilhabe selbst einkaufen – etwa, indem sie aus dem Budget Pflege- oder Assistenzkräfte bezahlen. Allerdings müssen sie das Budget nach Möglichkeit selbst verwalten. Das geht aus einem Urteil des Sozialgerichts Mainz (Aktenzeichen: S 1 SO 187/14) hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins hinweist.

Der Fall: Mann mit Behinderung beschäftigte Fallmanagerin

In dem Fall ging es um einen 1987 geborenen Mann. Wegen einer Hirnschädigung ist er seit seiner frühen Kindheit auf Rund-um-die-Uhr-Betreuung angewiesen. Er stritt mit dem Saarland über die Höhe des Persönlichen Budgets: Das Land bewilligte ihm monatlich 7.350 Euro für zwei festangestellte, bei ihm wohnende Pflegekräfte. Der Mann beschäftigte dagegen elf Assistenzkräfte und eine Fallmanagerin, um die Pflegearbeit zu koordinieren – und verlangte dafür bis zu 15.600 Euro pro Monat.

Das Urteil: Assistent ja – Management nein

Das Gericht gab dem Mann Recht, aber nur teilweise. Zwei Pflegekräfte könnten den Bedarf des Mannes nicht decken, so die Richter. Somit würde das vom Land vorgeschlagene Modell keine geringeren Kosten verursachen als die von dem Kläger bevorzugte Variante. Der Mann hat daher Anrecht auf ein Persönliches Budget von monatlich 11.921 Euro.

Die Kosten für das Fallmanagement müsse das Land aber nicht bezahlen, dafür gebe es keine gesetzliche Grundlage. Menschen mit Behinderung müssen das Budget in der Regel selbst verwalten. Sie haben aber Anspruch auf eine zeitlich begrenzte Eingliederungshilfe, um größere Selbstständigkeit zu erlangen.

Weitere Informationen

www.bmas.de
Fragen und Antworten zum Persönlichen Budget

Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Lichtblick beim Wohnungsbau: Erneut wurden mehr Wohnungen in Deutschland bewilligt, seit Jahresanfang steht ein kräftiges Plus. Für Bauherren gibt es allerdings neue Hürden.

Time
2 Minuten

Ein Nebenjob hat in erster Linie meist nichts mit dem Arbeitgeber vom Hauptjob zu tun. Doch das heißt nicht, dass dieser gar kein Mitspracherecht hat.

Time
2 Minuten

Der Arbeitgeber stellt als Firmenwagen ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug zur Verfügung. Aber wie können sich Arbeitnehmer die Ausgaben erstatten lassen, wenn sie auf eigene Kosten laden?

Time
5 Minuten

Workation klingt verlockend, bringt aber viele rechtliche und organisatorische Hürden mit sich. Was Beschäftigte vor und beim mobilen Arbeiten im EU-Ausland beachten müssen.

Time
3 Minuten

Bei Sozialbetrug geht es um kriminelle Machenschaften und viel Geld. Die Bundesregierung hat einen verstärkten Kampf dagegen bereits angekündigt. Nun sollen Taten folgen.

Time
2 Minuten

Die Beschäftigten in Deutschland müssen mehr arbeiten: So heißt es oft. Viele sind dazu bereit – und tun es bereits, ergab eine Umfrage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026