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Berufsunfähigkeit: Alternative Versicherungen bergen Risiken

Nicht jeder bekommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Es gibt Alternativen, aber es gilt einiges zu beachten.

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Mann mit Vollbart steht mit der Brille in der Hand in seinem Homeoffice und schaut auf ein Tablet.

© Nicht definiert

Berlin (dpa/tmn). Eine Krankheit, ein Unfall oder psychisches Leiden – Berufsunfähigkeit kann jeden treffen. Betroffene können dann von einer Berufsunfähigkeitsversicherung – kurz BU – profitieren.

Ähnlich wie bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, leistet eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung nämlich nur dann, wenn ein Betroffener aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich für mindestens sechs Monate weniger als drei Stunden pro Tag in irgendeinem Beruf tätig sein kann.

„Das Problem ist, dass dabei nicht auf den zuletzt ausgeübten Beruf abgezielt wird“, erklärt Paulsen. Welcher Beruf noch ausgeübt werden kann, spielt also keine Rolle. Eine BU hingegen springt ein, wenn man seinen ursprünglichen Beruf zu 50 Prozent nicht mehr ausüben kann, erklärt Sandra Klug von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Seelische Krankheiten nicht überall versichert

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist auch deswegen oft die erste Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung, weil die Ursache der Berufsunfähigkeit keine Rolle spielt. Neben Unfällen und körperlichen oder organischen Erkrankungen leisten die beiden Versicherungen auch bei psychischem Leiden, betont Paulsen. Wer seine seelische Gesundheit also mit absichern will, sollte auf eine der beiden Versicherungen setzen.

Betroffene, die aufgrund von Vorerkrankungen, wie Bluthochdruck, Rückenbeschwerden oder therapeutischer Behandlung, bei der BU abgelehnt wurden, haben allerdings auch wenig Aussicht auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Denn diese stellen laut Klug in aller Regel die gleichen Fragen zur Gesundheit.

Und kann man sich im Zweifel allein auf eine staatliche Absicherung verlassen? Sandra Klug meint: Nein. Denn wer sich auf gesetzliche Absicherung verlässt, könne auf Hartz-4-Niveau zurückfallen. Hinzu komme, dass sie nur Personen zusteht, die auch in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Selbstständige sollten sich deswegen besser privat versichern.

Spezielle Versicherungen haben oft engen Leistungskatalog

Auf der Suche nach Alternativen finden Interessierte auch eine Vielzahl von Versicherungen, die spezielle Gründe der Berufsunfähigkeit absichern, wie sogenannte Dread-Disease- (schwere Krankheit) oder Multi-Risk-Versicherungen.

Die Dread-Disease-Versicherung zahlt bei Eintritt einer versicherten Erkrankung, wie zum Beispiel Krebs, in der Regel eine Einmalleistung. Sie sei daher für die Absicherung von dauerhaften Einkommenseinbußen bei Verlust der Arbeitskraft ungeeignet – zumal ein dauerhafter Verlust der Arbeitskraft häufig andere Ursachen habe als beispielsweise eine Krebserkrankung, erläutert Paulsen.

Verträge kombinieren verschiedene Produkte

Multi-Risk-Versicherungen seien hingegen oft Kombination aus mehreren Produkten wie einer Unfallversicherung, Pflegeversicherung, Grundfähigkeiten- oder Dread-Disease-Versicherungen, sagt Paulsen: „Bei diesen Angeboten gibt es aber leider keine einheitlichen Versicherungsbedingungen, wie oftmals bei der Berufsunfähigkeitsversicherung“. Das macht sich vor allem bei der Absicherung der schweren Krankheiten und Grundfähigkeiten, wie Sehen, Gehen oder Sprechen, bemerkbar.

Große Unterschiede bei den abgedeckten Krankheiten sowie Grundfähigkeiten macht einen Vergleich zwischen den Anbietern schwierig. Damit man nicht „Äpfel mit Birnen“ vergleiche, sollte man das laut Paulsen aber unbedingt tun.

Versicherungen sollten nicht zu speziell sein

Klug warnt außerdem vor allzu speziellen Versicherungen: „Die Leistungskataloge sind häufig so eng gefasst, dass nur geleistet wird, wenn man eine bestimmte, definierte Krankheit hat. Wenn die Erkrankung nur ein bisschen davon abweicht bekommt man keine Leistungen“. Für den Fall einer schweren Krankheit rät die Expertin, deswegen sich besser ein finanzielles Polster anzusparen.

Personen, die sich vor allem gegen Unfälle versichern wollen, können von einer privaten Unfallversicherung profitieren. Die zahlt in der Regel einmalige Prämien aus. „Das Problem ist aber meistens die fehlende Rentenzahlung. Ein Einmalbetrag ist schnell aufgebraucht“, so Klug. Die Leistung eines Einmalbetrages sollte deswegen mit einer Rentenleistung gekoppelt werden.


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