Berlin (dpa/tmn). Der Ruf nach Lehrkräften ist vielerorts laut. Aber sollte das ein Grund sein, den Beruf zu ergreifen? Susann Meyer, Pädagogin und Sprecherin des Jungen Verband Bildung und Erziehung (VBE) spricht im Interview über falsche Berufsbilder, die richtige Motivation – und über Dinge, auf die man sich nicht vorbereiten kann.
Als Lehrer sollte man sich vornehmen, dabei immer auf dem Stand zu bleiben: Ich helfe und unterstütze, indem ich weiß, was gerade Sache ist. Angehende Lehrkräfte sollten aufklären und anleiten können, natürlich auch kritisch sein und weltoffen.
Dazu kommt, dass man sich die Potenziale von den Kindern anschauen muss: Welches Kind kann welches Potenzial entwickeln? Da muss man ein Gespür entwickeln. Nichtsdestotrotz ist es am allerwichtigsten, Schülerinnen und Schüler motivieren und mitreißen zu können.
Daneben gibt es viele Informationsveranstaltungen, etwa von Unis. Eine interessante Perspektive können auch Lehrkräfte einbringen, die schon länger im System Schule arbeiten. Ihre Geschichten sind teilweise abschreckend, zeigen aber auch, wie vielfältig das Berufsleben ist und mit was man alles konfrontiert werden könnte.
Da kann ich nur allen sagen: Klar haben Lehrkräfte, die schon länger in Schule arbeiten, ihre Erfahrungen gemacht, von denen man oft auch profitieren kann. Aber man muss eben auch seinen eigenen Weg finden.
Wichtig ist, dass Quereinsteiger ausreichend ausgebildet sein müssen. Ich bin der Meinung, dass auf jeden Fall Vorerfahrung und Kenntnisse im Bereich der Pädagogik vorhanden sein sollten. Menschen, die ohne die übliche Ausbildung in diesen Berufsstand kommen, die können das auch schaffen, keine Frage. Aber sie haben doch einen schwereren Weg als diejenigen, die schon vorher eine Ausbildung gehabt haben.
