Ihre-Vorsorge Logo

Chronische Erkrankungen sind Karrierekiller

Forscher der Uni Duisburg-Essen haben die Auswirkungen einer chronischen Krankheit auf Einkommen und Karriere untersucht.

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Chronische Erkrankungen sind Karrierekiller

© Nicht definiert

Duisburg/Essen (iaq/iv). Wer chronisch krank wird, muss oft mit deutlichen Einkommenseinbußen rechnen. Die Karriere wird abgebremst und das Risiko einer Erwerbsunfähigkeit steigt. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE).

Bremsklotz in der Laufbahn

Für die Analyse verknüpften die Forscher Befragungsdaten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) mit Daten der Deutschen Rentenversicherung. IAQ-Wissenschaftler Dr. Andreas Jansen hat damit einen messbaren Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer chronischen Erkrankung und dem daran anschließenden Einkommensverlauf entlang der jährlich realisierten Entgeltpunkte festgestellt.

Bei einem guten Teil der Betroffenen identifizierte er Einkommensverluste – von gering bis hin zum Totalverlust. Diese Effekte stellen sich allerdings in der Regel nicht unmittelbar ein, sondern erst im längeren Krankheitsverlauf. Sie sind somit ein Bremsklotz der beruflichen Laufbahn.

Risiko einer Erwerbsminderung steigt

Nach der Diagnose zeigt sich aber auch ein höheres Risiko, dass Betroffene arbeitslos werden, einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen oder Erwerbsminderungsrente beantragen müssen. „Häufig wirkt sich das chronische Leiden auf die Leistungsfähigkeit aus, was Betroffene versuchen zu kompensieren: Oft reduzieren sie die wöchentliche Arbeitszeit oder wechseln auf eine weniger fordernde, in der Regel dann aber auch geringer entlohnte Stelle, sagt Dr. Andreas Jansen. „Chronische Erkrankungen stellen ein ernstes Problem dar, weil sie auf lange Sicht auch das Alterseinkommen negativ beeinflussen und das Risiko von Altersarmut erhöhen“.

Gering Qualifizierte öfter betroffen

Beim Einkommensverlauf hat der IAQ-Forscher festgestellt, „dass Hochqualifizierte deutlich seltener durch eine chronische Erkrankung ausgebremst werden als jemand mit geringer und mittlerer Qualifikation. Außerdem werden die Einkommensungleichheiten zwischen diesen Gruppen nicht abschwächt, sondern tendenziell sogar verstärkt.“.

Jansen fordert: Die Arbeitsbedingungen müssten so angepasst werden, dass Beschäftigte trotz einer gesundheitlichen Einschränkung in ihrem Job arbeiten können, bis sie die Regelaltersrente erreichen. Auch die Prävention spiele hier eine wichtige Rolle. Der Fokus der Politik sollte in diesem Kontext verstärkt auf der Schaffung von Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung liegen.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Trotz großem Veränderungsdruck wagen immer weniger Beschäftigte den Sprung in eine neue Branche. Für wen sich der Branchenwechsel jetzt lohnt.

Time
2 Minuten

Das Landesarbeitsgericht Hamm sieht in einer Online-Krankschreibung ohne Arztgespräch einen gravierenden Vertrauensbruch. Welche Folgen das für Arbeitnehmer haben kann.

Time
3 Minuten

Wie kann der massive Kostenanstieg in der Pflegeversicherung eingedämmt werden? Und wie kann der Bund dabei helfen? Der Chef der Techniker Krankenkasse macht konkrete Vorschläge.

Time
2 Minuten

In der gesetzlichen Krankenversicherung soll die Obergrenze für die Beiträge um 300 Euro extra steigen. Aber trifft dies wirklich Gutverdiener? Der Arbeitsmarkt-Experte Enzo Weber befürchtet das Gegenteil.

Time
5 Minuten

Eltern stehen oft zwischen Einmischen und Loslassen, wenn es um die Berufswahl ihrer Kinder geht. Experten raten: Begleiten statt bestimmen. So geht’s.

Time
2 Minuten

Die Koalition kehrt aus der Sommerpause zurück – und mit ihr die Kritik an geplanten Änderungen für die Krankschreibung.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026