Bochum (kbs/sth). Die angespannte finanzielle Situation der sozialen Pflegeversicherung war das zentrale Thema, mit dem sich am Mittwoch die Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (DRV KBS) in Bochum befasste. Wie die gewählten Mitglieder von Arbeitgebern und Versicherten bei der Sitzung erfuhren, hat die Pflegeversicherung auch das erste Quartal 2025 mit einem Defizit von insgesamt 160 Millionen Euro abgeschlossen.
Einigkeit bestand unter den Delegierten darüber, dass kurzfristige Maßnahmen wie etwa die Rückzahlung von Geldern zur Finanzierung von Corona-Maßnahmen dringend notwendig seien. Ebenso kritisch sieht die Vertreterversammlung der DRV KBS die Finanzierung von versicherungsfremden Leistungen durch die Beitragszahlenden - wie etwa die Beiträge für Pflegepersonen zur Renten- und Arbeitslosenversicherung. Robert Prill, der Vorsitzende der Vertreterversammlung, sagte: „Die Politik ist gefordert, die soziale Pflegeversicherung kurzfristig zu stabilisieren, bevor strukturelle Maßnahmen folgen. Die demografische Entwicklung, die Inflation und steigende Eigenanteile der Pflegebedürftigen müssen bei einer nachhaltigen Finanzierung der Pflegeversicherung Beachtung finden.“
“GKV vor großen finanziellen Herausforderungen”
Zudem befasste sich die KBS-Vertreterversammlung mit der aktuellen Lage der gesamten Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie mit der Finanzperspektive für das Jahr 2025. So sieht die Krankenversicherung innerhalb der DRV KBS, die KNAPPSCHAFT, das Gesamtsystem der GKV vor großen finanziellen Herausforderungen. Dazu erklärte Prill: „Stark steigende Ausgaben in der GKV sowie eine zunehmende Alterung der Gesellschaft bedürfen einer soliden Finanzierungsgrundlage. Diese kann und darf nicht allein von Versicherten und Arbeitgebern getragen werden. Der Gesetzgeber muss die Finanzierung des Systems als staatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen.“
Eine weitere wichtige Weichenstellung der DRV KBS, über die die Vertreterversammlung informiert wurde: Die Abteilungsleitung der KNAPPSCHAFT ist jetzt mit einer Doppelspitze neu besetzt. Offiziell haben Stefan Grasedieck und Dr. Mathias Masberg bereits Mitte Juni 2025 die Leitung der Abteilung der Kranken- und Pflegeversicherung übernommen. Beide waren zuvor schon in leitenden Positionen bei der KBS beschäftigt. Stefan Grasedieck leitete die Regionaldirektion Nord, Dr. Mathias Masberg die Regionaldirektion Frankfurt.
