Berlin (dpa). Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat eine baldige Umsetzung der neuen EU-Regeln zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland zugesagt. Das Bundeskabinett habe den Entwurf zur entsprechenden EU-Richtlinie bereits vor der Sommerpause verabschiedet, der auch schon dem Bundestag vorliege, erklärte Paus am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag.
Konkret geht es um neue Regeln, die unter anderem seit dem 2. August vorsehen, dass Väter oder das zweite Elternteil einen bezahlten Urlaub von mindestens zehn Tagen nach der Geburt eines Kindes bekommen. Weil Deutschland diese Vorgabe bislang nicht umgesetzt hatte, kündigte die EU-Kommission am Mittwoch an, sie werde ein Aufforderungsschreiben an Deutschland schicken und damit ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren gegen die Bundesrepublik einleiten.
Den Plan, eine bezahlte Vaterschaftsauszeit einzuführen, hat die Ampel-Regierung aus SPD, FDP und Grünen auch in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Darin steht: „Wir werden eine zweiwöchige vergütete Freistellung für die Partnerin oder den Partner nach der Geburt eines Kindes einführen.“
