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Frauen und Männern nutzen Homeoffice ganz unterschiedlich

Homeoffice kann für Arbeitnehmer einige Vorteile mit sich bringen. Männer und Frauen nutzen die neuen Freiheiten aber ganz unterschiedlich.

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Düsseldorf/Frankfurt (dpa). Kein langes Pendeln, flexiblere Zeiteinteilung und eine ruhige, konzentrierte Arbeitsatmosphäre: Das Arbeiten im Homeoffice kann für viele Beschäftigte Vorteile bringen. Und für die Arbeitgeber auch. Laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung reagieren sowohl Männer als auch Frauen mit zusätzlichem Arbeitseinsatz auf die neuen Freiheiten und machen am heimischen Schreibtisch mehr Überstunden als sonst. Doch an einem wichtigen Punkt hört die Gemeinsamkeit der Geschlechter auf: Während die Frauen sich zusätzlich mehr um ihre Kinder kümmern, wollen die Männer Karriere machen.

40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland könnten von zu Hause aus arbeiten

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) könnten 40 Prozent der Beschäftigten in Deutschland von zu Hause aus arbeiten, lediglich 12 Prozent täten dies zumindest gelegentlich.

Auf der Grundlage von 30.000 Interviews für das sozio-ökonomische Panel hat die Arbeitszeitforscherin Yvonne Lott nun deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen festgestellt. "Mütter investieren pro Arbeitswoche knapp drei Stunden mehr in Kinderbetreuung, wenn sie im Homeoffice arbeiten", stellt sie in der am Dienstag veröffentlichten Studie fest. Die Frauen kämen dann im Schnitt auf 21 Stunden Kinderbetreuung in der Woche. Bei den Männern mit durchschnittlich knapp 13 Stunden Kinderzeit ändere sich hingegen in Sachen Betreuung so gut wie nichts, wenn sie zuhause statt im Büro arbeiteten.

Flexibles Arbeiten geht eher zu Lasten der Beschäftigten

Väter machten bei völlig freier Arbeitszeitgestaltung durchschnittlich 4 Überstunden in der Woche, Mütter arbeiteten eine knappe Stunde länger, schreibt Lott. "Flexibles Arbeiten geht insgesamt eher zu Lasten der Beschäftigten, und ganz besonders gilt das für Mütter." Frauen und Männer nutzen Flexibilität demnach für ganz unterschiedliche Zwecke, begründet in traditionellen Rollenbildern und der weiterhin ungleichen Verteilung so genannter "Sorgearbeit".

Erwerbs- und Sorgearbeit müssen gleichmäßiger verteilt werden

Im Bundesarbeitsministerium fühlt man sich bestätigt und will noch in diesem Jahr ein entsprechendes Gesetz zur Regelung der Heimarbeit durchbringen. "Die Studie unterstreicht, dass wir für eine faire Gestaltung von Homeoffice in Deutschland einen verlässlichen Rechtsrahmen brauchen", erklärte Staatssekretär Björn Böhning (SPD) am Dienstag. Die Vorschläge der Wissenschaftlerin Lott gehen hingegen deutlich weiter, wenngleich auch sie klare Regelungen für Homeoffice fordert. Erwerbs- und Sorgearbeit müssten gleichmäßiger zwischen Männern und Frauen verteilt werden. Dafür solle man beispielsweise das steuerliche Ehegatten-Splitting abschaffen und die Partnermonate beim Elterngeld verlängern, schlägt Lott vor. Auch in den Betrieben müsse sich vieles ändern.

Weitere Informationen:

www.diw.de

DIW-Studie

http://docs.dpaq.de

SPD-Konzept

www.boeckler.de

WSI-Studie

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