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Gehen oder bleiben: Wann ein Jobwechsel sinnvoll ist

Schnelle Jobwechsel sind heute keine Seltenheit mehr. Wann es laut Experten ratsam ist zu bleiben – und was wir Positives aus Konflikten mitnehmen können.

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Rote Bewerbungsmappe mit Lebenslauf und Stift.

© Nicht definiert

Düsseldorf (dpa/tmn). Fünf Monate hier, ein Jahr dort, dazwischen eine kurze Auszeit: In vielen Lebensläufen – vor allem junger Berufseinsteiger – reihen sich immer kürzere Stationen aneinander. Was früher als Makel galt, ist heute deutlich verbreiteter. Doch ist der schnelle Wechsel Ausdruck gesunder Selbstfürsorge – oder ein Risiko für die eigene Karriere?

Zwei Jahre durchhalten? Das muss nicht sein

Früher galt oft der Karriere-Rat, aus Gründen der “Lebenslauf-Hygiene” trotz Konflikten mindestens zwei Jahre in einem Arbeitsverhältnis durchzuhalten. Das hält Karrierecoach Bernd Slaghuis mittlerweile für überholt. “Das finde ich eine gesunde Entwicklung, denn auch ich halte die Fixierung auf makellose Lebensläufe für Unsinn”, schreibt der Experte in einem Beitrag auf seinem Blog.

Der Karriereberater beobachtet aber auch die Entwicklung, dass die Fähigkeit zur Konfliktlösung allgemein nachlässt: “Wird es zwischenmenschlich schwierig, bleiben Konflikte ungelöst oder bleibt die erhoffte Beförderung einmal aus, richtet sich der Blick schnell nach außen”, so Slaghuis. Statt Gespräche zu suchen, Erwartungen zu klären oder aktiv an Lösungen zu arbeiten, würde gekündigt – in der Hoffnung, dass es woanders besser ist.

Ideal ist ein Mittelmaß

Der Experte rät, sich vor einem überstürzten Jobwechsel besser erst die Frage zu stellen: Geht es hier um strukturelle Probleme oder um Konflikte, die sich klären lassen? Wer jeden Konflikt mit einem Wechsel beantwortet, nehme ungelöste Themen mit und erhöhe die Wahrscheinlichkeit, sie im nächsten Job erneut zu erleben.

Einen Konflikt aushalten schult auch Kompetenzen: “Wer Konfliktfähigkeit entwickelt, gewinnt nicht nur berufliche Reife, sondern auch Handlungsspielraum”, so Slaghuis.

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