Ihre-Vorsorge Logo

Generationenwechsel im Mittelstand

Nachfolger gesucht: Mehr als 200.000 Mittelständler wollen ihre Firma bis Ende kommenden Jahres in neue Hände geben. Doch Kandidaten sind rar.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Geigenbauer arbeitet an einer Violine. Bild: IMAGO / Shotshop / Monkey Business

© Nicht definiert

Frankfurt/Main (dpa). Tausende Mittelständler suchen bis Ende 2020 einen Nachfolger für ihr Unternehmen. Dabei setzen die meisten auf Familienangehörige oder auf externe Lösungen, wie aus einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels 2018 hervorgeht. „Zentraler Engpassfaktor für das Finden externer Nachfolger ist jedoch die dünn besetzte nachrückende Unternehmergeneration“, erläuterte Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank.

Übernahmewillige Gründer werden seltener

Insbesondere übernahmewillige Gründer würden seltener, ihre Zahl lag zuletzt bei 57.500 im Jahr. „Das sind deutlich zu wenige, um den in den nächsten Jahren hohen Bedarf an Unternehmensnachfolgern zu decken“, befürchtet Zeuner. So klagt beispielsweise das Handwerk immer wieder über Nachwuchsmangel und die ungeklärte Nachfolgefrage bei einer Vielzahl der Betriebe.

Die aktuellen Zahlen zur Unternehmensnachfolge

Der KfW zufolge wollen etwa 227.000 Inhaber ihre Firma bis Ende kommenden Jahres in neue Hände geben (2017: 236.000). Fast zwei Drittel (141.000) haben die Nachfolge demnach bereits unter Dach und Fach gebracht oder führen Verhandlungen mit dem Nachfolger (2017: 137.000). Weitere Chefs haben konkrete Planungen.

Die Weichen müssen Jahre im Voraus gestellt werden

Den Angaben zufolge ist das Bewusstsein der Unternehmenslenker gewachsen, die Weichen für einen Generationenwechsel frühzeitig zu stellen. Für 36.000 Inhaber werde die Zeit allerdings langsam knapp. Sie hätten bislang lediglich Informationen gesammelt. Eine geordnete Übergabe erfordere in der Regel jedoch mehrere Jahre Planung, vor allem, wenn der Nachfolger nicht aus der Familie stamme.

Vier von zehn Chefs sind älter als 55 Jahre

Derzeit sind den Angaben zufolge etwa vier von zehn Chefs mittelständischer Betriebe älter als 55 Jahre. „Wenn man das wirtschaftliche Gewicht dieser Unternehmen beleuchtet, wird klar, dass vom Gelingen des Generationenwechsels viel abhängt“, argumentierte Zeuner.

Allein die bis 2020 zur Übergabe anstehenden Betriebe seien Arbeitgeber für fast zwei Millionen Erwerbstätige. Sie stünden mit 283 Milliarden Euro für 6 Prozent der Gesamtumsätze des Mittelstands eines Jahres.

Stilllegung ist für Kleinstbetriebe oft der einzige Weg

Doch nicht alle Chefs mit konkreten Rückzugsgedanken planen tatsächlich die Fortführung ihres Unternehmens. Aktuell ist den Angaben zufolge für 16 Prozent aller Inhaber eine Stilllegung der einzig denkbare Weg.

Besonders Chefs von Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Mitarbeitern ziehen diese Variante häufig in Betracht (41 Prozent), für große Mittelständler ist eine Stilllegung dagegen nahezu keine Option (2 Prozent). Betroffen sind vor allem das Baugewerbe und der Dienstleistungsbereich.

Weitere Informationen

Das KfW-Mittelstandspanel wird seit 2003 als schriftliche Wiederholungsbefragung durchgeführt. Berücksichtigt werden kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland mit bis zu 500 Millionen Euro Jahresumsatz. Gemäß dieser Definition gab es im vergangenen Jahr 3,76 Millionen mittelständische Unternehmen in Deutschland. An der Erhebung für das Mittelstandspanel 2018 beteiligten sich 9.666 Firmen.

www.kfw.de
KfW-Mittelstandspanels


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Lichtblick beim Wohnungsbau: Erneut wurden mehr Wohnungen in Deutschland bewilligt, seit Jahresanfang steht ein kräftiges Plus. Für Bauherren gibt es allerdings neue Hürden.

Time
2 Minuten

Ein Nebenjob hat in erster Linie meist nichts mit dem Arbeitgeber vom Hauptjob zu tun. Doch das heißt nicht, dass dieser gar kein Mitspracherecht hat.

Time
2 Minuten

Der Arbeitgeber stellt als Firmenwagen ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug zur Verfügung. Aber wie können sich Arbeitnehmer die Ausgaben erstatten lassen, wenn sie auf eigene Kosten laden?

Time
5 Minuten

Workation klingt verlockend, bringt aber viele rechtliche und organisatorische Hürden mit sich. Was Beschäftigte vor und beim mobilen Arbeiten im EU-Ausland beachten müssen.

Time
3 Minuten

Bei Sozialbetrug geht es um kriminelle Machenschaften und viel Geld. Die Bundesregierung hat einen verstärkten Kampf dagegen bereits angekündigt. Nun sollen Taten folgen.

Time
2 Minuten

Die Beschäftigten in Deutschland müssen mehr arbeiten: So heißt es oft. Viele sind dazu bereit – und tun es bereits, ergab eine Umfrage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026