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Höherqualifizierte bauen Vorsprung bei der Bezahlung aus

KfW-Studie: Die Unterschiede bei den Bruttoverdiensten zwischen Top- und Geringverdienern sind gewachsen, aber der Staat gleicht das teilweise aus.

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Zwei Frauen halten Einmachgläser mit Geld vor sich. Bild: IMAGO / photothek / Ute Grabowsky

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München (tö). Wer höher qualifiziert oder in einer Führungsposition ist, hat vom langfristigen Anstieg der Löhne und Gehälter stärker profitiert als weniger gut Qualifizierte oder Arbeitnehmer mit einem Helferjob. Das geht aus einer Auswertung der Bruttomonatsverdienste von Vollzeitbeschäftigen im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich hervor, die die staatliche Förderbank KfW vorgelegt hat.

Demnach haben sich die Bruttomonatsverdienste von Führungskräften und Akademikern, die laut Statistischen Bundesamt zur höchsten „Leistungsgruppe 1“gehören, zwischen 2010 und 2020 um insgesamt 26,9 Prozent am stärksten erhöht. Am geringsten war der Anstieg bei den angelernten Arbeitnehmern (Leistungsgruppe 4) mit einem Plus von 16,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Durchschnitt aller Beschäftigten betrug der Zuwachs 23,4 Prozent. Die Verbraucherpreise legten im gleichen Zeitraum um 13,5 Prozent zu.

Lohnschere geht weiter auseinander

Damit stiegen zwar in allen Qualifikationsstufen die Verdienste stärker als die Inflation, so dass auch Geringverdiener real mehr Geld in der Tasche hatten. Doch „die Lohnschere geht weiter auseinander“, so der Titel der Untersuchung. Von 2020 bis 2021 sah es aber schon besser aus: In diesem Jahr legten die Bruttomonatsverdienste von Hilfskräften und betrieblich ausgebildeten Fachkräften stärker zu als von Führungskräften und Akademikern. Vor allem Menschen in Helferberufen konnten seit 2015 von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns profitieren.

Neben der Qualifizierung und dem Aufstieg in eine Führungsposition hat laut der KfW-Analyse auch die Berufswahl „großen Einfluss“ auf den Verdienst. So waren die Verdienste bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern mit durchschnittlich monatlich 6689 Euro brutto im Jahr 2020 am höchsten und im Gastgewerbe mit 2142 Euro am niedrigsten.

Netto schmilzt der Vorsprung

Netto sieht das Ergebnis für weniger gut bezahlte Arbeitskräfte aber schon deutlich besser aus. Dies liegt der Untersuchung zufolge daran, „dass der Staat in großem Umfang umverteilt“.

Beispiel: Eine ledige Akademikerin in der Leistungsgruppe 1 mit einem durchschnittlichen Bruttomonatsverdienst von 7016 Euro im Monat bekommt 3979 Euro netto heraus. Sie behält nach Abzug der Steuern und Sozialabgaben 57 Prozent des Bruttoeinkommens. Eine Hilfskraft in der untersten Leistungsgruppe 5 mit durchschnittlich nur 2275 Euro brutto verbleiben aber netto 69 Prozent, das sind 1571 Euro monatlich.

So heißt es in der KfW-Auswertung unterm Strich: „Der Unterschied beim Einkommen zwischen beiden Arbeitnehmerinnen halbiert sich damit nahezu von rund 4700 Euro brutto auf 2400 Euro netto.“

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