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Menschen mit Behinderung oft von Armut bedroht

Menschen mit Behinderungen haben im Alltag und im Arbeitsleben mit vielfältigen Problemen zu kämpfen. Armutsgefährdung ist eines davon.

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Ein Mann mit Unterschenkelprothese bei der Therapie. Bildnachweis: Getty Images © JohnnyGreig

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Berlin (dpa). Millionen Menschen mit Behinderung sind in Deutschland von Armut bedroht, Hunderttausende sind arbeitslos – und die Corona-Pandemie hat das Problem verschärft. Zum Tag der Menschen mit Behinderungen an diesem Donnerstag werden Forderungen an die Bundesregierung lauter, mehr für die Betroffenen zu tun.

Der Bundesbeauftragte für Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, warf der Bundesregierung am Mittwoch indirekt Nichtstun bei dem Problem vor. Er forderte, „dass sie das Problem nicht nur erkennt, sondern auch mutig und rasch handelt“.

Dusel wies auf die Ausgleichsabgabe für Unternehmen hin, die keinen Arbeitnehmer mit Schwerbehinderung beschäftigen. Die Bundesregierung müsse die Ausgleichsabgabe erhöhen, forderte er. Bei dieser Abgabe müssen Arbeitgeber etwas bezahlen, wenn sie eine vorgeschriebene Zahl von schwerbehinderten Menschen nicht beschäftigen.

Noch weit entfernt von einer inklusiven Arbeitswelt

Die IG Metall forderte die Unternehmen auf, mindestens ihre gesetzliche Beschäftigungsquote von fünf Prozent für Menschen mit Behinderung zu erfüllen. „Bundesweit liegt diese Quote im Schnitt derzeit bei 4,6 Prozent, in der Privatwirtschaft nur bei 4,1 Prozent“, sagte Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban der dpa. „Das unterstreicht, wie weit wir noch von einer inklusiven Arbeitswelt entfernt sind.“

Nach einer aktuellen Studie der Aktion Mensch und des Handelsblatt Research Institutes lag die Anzahl der arbeitslosen Menschen mit Schwerbehinderung in Deutschland im Oktober um rund 13 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 10,9 Prozent der Menschen mit schwerer Behinderung arbeitslos. Es waren dagegen nur 6,2 Prozent der Menschen insgesamt.

Menschen mit Behinderung haben ein höheres Armutsrisiko

Auch von Armutsgefährdung sind Menschen mit Behinderungen deutlich stärker betroffen. So hatten zuletzt von den 12,8 Millionen Menschen mit Beeinträchtigungen 18 Prozent ein Einkommen unterhalb der Armutsrisikoschwelle. Das waren rund 2,3 Millionen Menschen in Deutschland. Von den Menschen ohne Beeinträchtigungen waren es 15 Prozent. Diese Zahlen, die Zimmermann bei der Bundesregierung erfragt hatte, stammen aus dem Jahr 2017. Neue gibt es demnach nicht.

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