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Nach den Flüchtlingen kommen die Fachkräfte

2017 dominiert wieder die Einwanderung aus EU-Ländern. Woher sie kommen, beleuchtet eine neue Bertelsmann-Studie

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Die europäische Flagge weht an einem Fahnenmast vor dem europäischen Parlament. Bild: IMAGO / YAY Images

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Gütersloh (dpa) Die Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland wächst einer Studie zufolge - liegt allerdings auf noch niedrigem Niveau. 2017 seien fast 545 000 Menschen aus diesen Drittstaaten gekommen, darunter auch rund 118 000 Geflüchtete, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Bertelsmann Stiftung hervorgeht.

  • Von den 545 000 Zugewanderten erhielten rund 38 100 Personen - etwa 7 Prozent - 2017 als Fachkräfte einen Aufenthaltstitel. 2015 seien es nur drei Prozent gewesen.
  • Mit 635 000 Personen zogen zeitgleich deutlich mehr Menschen aus EU-Ländern nach Deutschland.
  • Gut 60 Prozent der aus dem EU-Ausland zugewanderten Personen sind Fachkräfte undverfügen über einen Hochschul- oder Berufsabschluss,
Nachdem die Jahre 2015 und 2016 vom Zuzug Geflüchteter dominiert gewesen seien, zeichne sich seit 2017 eine "Normalisierung" bei der Migration ab, so Stiftungsexperte Matthias Mayer in Gütersloh.

Fachkräftemigration wird immer wichtiger

Der Anteil der Flüchtlinge an der gesamten Zuwanderung sei deutlich auf rund 10 Prozent gesunken. Bei der Einwanderung aus EU-Ländern sind Rumänen, Polen, Bulgaren, Kroaten und Italiener stark vertreten.

Bei den Drittstaaten waren Herunftsländer der Fachkräfte vor allem Indien, Bosnien-Herzegowina, USA, Serbien und China.

Der Fachkräftemigration auch aus dem außereuropäischen Ausland komme angesichts von bundesweit 1,2 Millionen unbesetzten Stellen und dem anstehenden Ruhestand der geburtenstarken Generation eine große Bedeutung zu, betonte Mayer.

Einwanderungsgesetz schafft klare Perspektiven

Deutschland brauche zügig ein transparentes und effektives Einwanderungsgesetz. Wer sich für ein Leben hierzulande entscheide, solle eine klare Perspektive für ein Daueraufenthaltsrecht und für eine Einbürgerung erhalten. Die Bundesregierung will mit einem Fachkräfte-Einwanderungsgesetz mehr qualifizierte Erwerbstätige aus EU-Ländern und Drittstaaten für den deutschen Arbeitsmarkt gewinnen.

Aber auch für Geringqualifizierte sieht die Bertelsmann-Untersuchung durchaus Chancen. Für die Studie "Fachkräftezuwanderung aus Drittstaaten nach Deutschland 2017" hatte Mayer auch Daten des Ausländerzentralregisters ausgewertet.


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