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Studie: Mehrheit steht hinter Prinzip „Sozialstaat“

Die Diskussion reißt nicht ab: Können wir uns den Sozialstaat noch leisten? Eine aktuelle IAB-Studie zeigt: Die meisten wollen am Prinzip nichts ändern – aber Leistung soll sich lohnen.

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Hand nimmt Geldscheine aus Geldbörse. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

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Nürnberg (dpa). Eine große Mehrheit der Berufstätigen in Deutschland steht einer Erhebung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge hinter dem Grundgedanken des Sozialstaats. Die Menschen wollen aber zugleich auch das Leistungsprinzip hochhalten. Fast drei von vier Befragten sagten: „Wer mehr leistet, sollte auch mehr bekommen.“

Laut der Untersuchung erkennen rund 70 Prozent den hohen Nutzen sozialstaatlicher Leistungen grundsätzlich an. Zugleich sehen jedoch 64 Prozent die damit verbundenen Kosten als Belastung für Gesellschaft und Wirtschaft. Etwa 40 Prozent der Befragten bewerten den Sozialstaat ambivalent – als notwendig, aber kostspielig. „Für viele ist der Sozialstaat wie Sport: anstrengend, aber notwendig, um die Gesellschaft fit zu halten“, sagte Moritz Kuhn von der Universität Mannheim, einer der Autoren der Studie.

Bedürfnis nach Leistungsgerechtigkeit

Rund die Hälfte der Befragten stimmte der Aussage zu, Sozialleistungen machten „faul“. Unter Geringverdienern lag die Zustimmung sogar bei 64 Prozent. Auch Erwerbstätige, die zusätzlich staatliche Leistungen erhalten, sehen das häufig ähnlich. „Gerade wer trotz Arbeit nur wenig verdient, erlebt das Spannungsfeld zwischen Arbeit und Absicherung besonders deutlich“, erklärte IAB-Forscher Jens Stegmaier.

Das Bedürfnis nach Leistungsgerechtigkeit sei besonders bei Menschen mit niedrigen Einkommen ausgeprägt. Auch unter Empfängern von Bürgergeld oder Arbeitslosengeld befürwortet eine Mehrheit das Prinzip, dass sich Arbeit lohnen müsse. „Reformen finden dann Zustimmung, wenn sie den Sozialstaat sichern und Leistung belohnen“, sagte IAB-Forscher Jonas A. Weik.


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