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Studie: Ohne Tarifvertrag im Schnitt 11 Prozent weniger Lohn

Beschäftigte ohne Tarifvertrag arbeiten zudem länger – in manchen Regionen bis zu 79 Minuten, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

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Studie: Ohne Tarifvertrag im Schnitt 11 Prozent weniger Lohn

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Düsseldorf (dpa). Betriebe mit Tarifvertrag bieten ihren Beschäftigten nach einer Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung bessere Arbeitsbedingungen als vergleichbare Unternehmen ohne Tarifbindung. Vollzeitbeschäftigte in tariflosen Betrieben arbeiteten bundesweit im Schnitt wöchentlich 54 Minuten länger und verdienten 11 Prozent weniger als Beschäftigte in Betrieben mit Tarifbindung, heißt es in der Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung.

Viele tariflose Betriebe im Osten

Bei den Löhnen sei der Rückstand der tariflosen Betriebe insbesondere in Ostdeutschland sehr ausgeprägt. In Brandenburg und Sachsen-Anhalt verdienten Beschäftigte in tariflosen Betrieben rund 18 Prozent weniger als jene in vergleichbaren Betrieben mit Tarifvertrag, in Mecklenburg-Vorpommern seien es 14 Prozent.

Laut WSI wurden Betriebe miteinander verglichen, die hinsichtlich Größe, Wirtschaftszweig, Qualifikation der Beschäftigten und Stand der technischen Anlagen identisch seien. Für die Untersuchung hatte das WSI Daten aus einer Arbeitgeberbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit aus dem Jahr 2019 ausgewertet.

Tarifbindung in Deutschland sinkt

In Deutschland seien die Arbeitsbedingungen für immer weniger Beschäftigte durch Tarifverträge geregelt, betonen die Autoren der Studie. Während im Jahr 2000 noch mehr als zwei Drittel der Beschäftigten (68 Prozent) in tarifgebundenen Betrieben gearbeitet hätten, habe dieser Anteil im Jahr 2019 nur noch bei gut der Hälfte (52 Prozent) gelegen. Dabei gebe es eine große Spannweite: zwischen dem Spitzenreiter Hessen mit einer Tarifbindung von 58 Prozent und dem Schlusslicht Sachsen mit nur 43 Prozent liege ein Abstand von 15 Prozentpunkten.

Fachkräftemangel als Chance

Der aktuelle Fachkräftemangel biete die Chance, über Tarifverträge bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. So sei es etwa in Mecklenburg-Vorpommern gelungen, im Bereich Erziehung und Unterricht die Tarifbindung im Laufe des vergangenen Jahrzehnt von einem Drittel (33 Prozent) auf zwei Drittel (67 Prozent) zu steigern.


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