Nürnberg (bd). Wer einer Arbeit nachgeht, sorgt damit nicht für seinen Lebensunterhalt, sondern tut auch etwas für sein mentales Wohlbefinden. Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nun genau untersucht, wie sich der Erwerbsstatus auf die Zufriedenheit der Menschen Kategorien auswirkt.
Die Befragten wurden unterteilt in Voll- und Teilzeitbeschäftigte, Minijobber, Arbeitslose und Inaktive. Zur letzten Gruppe zählen zum Beispiel Hausfrauen beziehungsweise Hausmänner und Menschen in Rente.
Die Personen sollten unter anderem einschätzen, wie zufrieden sie mit ihren Sozialkontakten, ihrer Zeitstruktur, ihrem sozialen Status und ihrer Teilhabe an kollektiven Zielen, also der Mitwirkung an sozialen und gesellschaftlichen Prozessen, sind. Auch die subjektive Einschätzung der eigenen finanziellen Situation wurde untersucht.
Die wichtigsten Ergebnisse:
- Vollzeitbeschäftigte sind in allen Kategorien zufriedener als der Bevölkerungsdurchschnitt, besonders in der Kategorie „Finanzielle Belastung“ und „Regelmäßige Tätigkeit/Aktivität“.
- Teilzeitbeschäftige sind ebenfalls fast in allen Punkten überdurchschnittlich zufrieden, ganz besonders mit ihren Sozialkontakten und der Teilhabe an kollektiven Zielen – hier gab es jeweils die besten Werte im Vergleich. Nur bei „Status und Identität“ liegen Teilzeitbeschäftigte unter dem Schnitt.
- Minijobber zeigen sich zwar bei Zeitstruktur, Status, der Teilhabe und der finanziellen Belastung weniger zufrieden als der Durchschnitt. Bei den Sozialkontakten und „Regelmäßige Tätigkeit/Aktivität“ sind die Werte jedoch besser als der Schnitt.
- Inaktive sind etwas zufriedener als der Schnitt mit ihrem Status und der Zeitstruktur. In allen anderen Kategorien schneiden sie jedoch etwas schlechter ab.
- Arbeitslose sind in allen untersuchten Kategorien gegenüber Menschen mit Beschäftigung und Inaktiven im Nachteil.
Vor allem Arbeitslose, aber auch Inaktive, weisen besonders bei den Sozialkontakten unterdurchschnittliche Werte auf. „Dies ist umso problematischer, als der Kontakt zu anderen Menschen gerade in schwierigen Lebenslagen oft einen wichtigen Rückhalt bietet“, so die Autoren.
Die Studie basiert auf der Panelbefragung „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“, die die Daten von mehr 9300 Personen erfasst.
