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Tarife: Was verdienen Beschäftigte der Länder?

Wie viel verdient man im Landesdienst und wie groß sind die Unterschiede zwischen den Ländern bei den Beamten? Wir geben einen Überblick.

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Tarife: Was verdienen Beschäftigte der Länder?

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Verdi-Chef Frank Bsirske sprach nach dem Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder von "spektakulären Attraktivitätsverbesserungen für einzelne Berufsgruppen". Doch was bedeutet der Abschluss für bestimmte Landesangestellte wirklich konkret? Und wie ist die Lage bei den Beamten? Ein Überblick:

Wie viel verdient eine Erzieherin – und was bringt der Abschluss?

Mit neun Berufsjahren kommt eine Erzieherin im Landesdienst, die Vollzeit arbeitet, bislang auf 3.159,19 Euro brutto. Durch die Tarifeinigung von Potsdam bekommt sie laut Verdi rückwirkend zum 1. Januar 102,62 Euro mehr, nämlich 3.261,81 Euro. Nach zwei weiteren Erhöhungen erreicht sie zum 1. Januar kommenden Jahres 3.582,86 Euro – insgesamt also 423,67 Euro mehr.

Wie entwickelt sich nun das Einkommen eines Sozialarbeiters?

Er bekommt mit neun Berufsjahren 3.662,55 Euro. Rückwirkend zum 1. Januar erhält er 110,44 Euro mehr – und nach zwei weiteren Erhöhungen 4.158,36 Euro im Monat, was ein Plus von 495,81 Euro bedeutet.

Wie sieht es bei etwas geringer entlohnten Berufen aus?

Ein Leiter eines Sperrwerks mit dreijähriger Ausbildung, also eines Sperrbauwerks in einem Fluss mit schwankenden Wasserständen, etwa bekommt 2.952,29 Euro. Nach der insgesamt dreistufigen Erhöhung kommt er in zwei Jahren auf 3.197,52 Euro – 245,23 Euro mehr. Bei einem Wasserbauarbeiter steigert sich der Lohn von 2.749,89 auf 2.989,89 Euro – 240,00 Euro mehr.

Warum kann man nicht für alle Beschäftigten das Einkommen nennen?

Die Bezahlung richtet sich nicht nur nach den nun geänderten Tabellen und der vereinbarten Erhöhung. Es gibt auch individuelle Unterschiede – je nach Arbeitsvertrag. Die Arbeitgeber versuchen – zum Leidwesen der Gewerkschaften – Beschäftigte in besonders gefragten Berufen mit übertariflichen Zulagen zu gewinnen, etwa IT-Fachkräfte.

Was ist mit den Beamten?

Die Gewerkschaften fordern, dass die Arbeitgeber den Abschluss für die rund eine Million Angestellten der Länder bis auf Hessen auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen sollen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisiert, die Länder hätten die jüngsten Tarifabschlüsse oft nur teilweise auf die Beamten übertragen. So seien Lücken entstanden, sagte ein Sprecher.

Gibt es Unterschiede bei der Beamtenbesoldung zwischen den Ländern?

Ja – das zeigt etwa der DGB-Besoldungsreport 2019. Eine neuverbeamtete Lehrkraft in Rheinland-Pfalz (A 13, Eingangsstufe) bekommt demnach mit 44.936 Euro brutto jährlich etwa 8.300 Euro weniger als ihre Kollegen in Bayern und knapp 6.000 Euro weniger als in Nordrhein-Westfalen. Ein neuverbeamteter Polizeimeister in Niedersachsen bekommt demnach mit 27.527 Euro jährlich etwa 2.660 Euro weniger als vergleichbare Beamtinnen und Beamte in Bayern und knapp 1.100 Euro weniger als in Baden-Württemberg.

Wie beurteilt der DGB den aktuellen Stand der Beamtenbesoldung?

"Bayern und der Bund haben die Tarifergebnisse zuletzt in der Regel auf die Besoldung ihrer Beamtenschaft übertragen", sagte ein Sprecher. Ansonsten aber sei eine "über Jahre andauernde Sparpolitik der Gesetzgeber" zu kritisieren, so der DGB-Report. Deshalb müssten sich immer häufiger die Gerichte damit befassen, ob die Besoldungsregelungen einzelner Dienstherren verfassungskonform seien. Dem Bundesverfassungsgericht liegen demnach Besoldungsregelungen mehrerer Länder zur Prüfung vor – nämlich aus Berlin, Brandenburg, Bremen, Niedersachsen, aus dem Saarland sowie aus Sachsen-Anhalt.

Weitere Informationen:

www.verdi.de

Pressemitteilung von Verdi - Ergebnis

www.dbb.de

Pressemitteilung dbb - Ergebnis

www.tdl-online.de

Pressemitteilung TdL - Ergebnis

www.gew.de

GEW zur Tarifrunde

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