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Wahlverhalten von Jungwählern offenbar deutlich anders als 2024

Laut Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“ verlieren Union und AfD in der Gunst der jungen Generation deutlich, während Die Linke auch die SPD überholt.

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Zwei Jungs im Teenageralter sitzen auf dem Sofa im Wohnzimmer und schauen lachend in ein Smartphone. – Bildnachweis: wdv.de © Szekely.Oana

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Berlin (ots/sth). Die junge Generation in Deutschland wählt deutlich weniger konservativ oder rechts als zuletzt bei der Europawahl und entdeckt Die Linke als neue politische Heimat. Dies zeigt ein Spezial zur Bundestagswahl der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“. Die CDU/CSU und AfD verlieren demnach deutlich in der Wählergunst der jungen Generation, die Grünen sind stabil, während Die Linke als Shootingstar bei den Jungen die SPD überholt und bei den Erstwählerinnen und -wählern sogar an zweiter Stelle steht. Die FDP, das BSW und andere Parteien wie Volt schaffen es nicht unter die Top-Fünf der jungen Generation.

Der Blick auf die Entwicklungen der Parteipräferenzen in den letzten vier Jahren zeigt der Studie zufolge eine volatile junge Wählerschaft, die von den Jahren der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP enttäuscht ist, jedoch nicht geschlossen zu den bisherigen Oppositionsparteien übergegangen ist. Als Gründe für die Enttäuschung mit der Bundesregierung nennen viele junge Menschen in Interviews das fehlende Gefühl von Sicherheit sowie die mangelnde glaubhafte Vision, wie es Deutschland und den Menschen im Land besser gehen könne. Während von diesem Vertrauensverlust in den letzten Jahren besonders die AfD und CDU/CSU profitieren konnten, fallen beide Parteien 2025 bei jungen Menschen leicht ab. Großer Gewinner ist Die Linke, die sogar die SPD in der Gunst der jungen Wählerinnen und Wähler überholt hat.

Die Linke ist die neue Sympathie-Partei der Jungen

„Die fünf beliebtesten Parteien der 18- bis 29-Jährigen sind die Grünen und die AfD (jeweils 18 Prozent), die CDU/CSU (16 Prozent), Die Linke (13 Prozent) und die SPD (12 Prozent). Gegenüber 2024 haben die AfD und die Union deutlich an Zustimmung bei den Jungen verloren (jeweils 4 Prozent), die SPD und die Grünen waren stabil (± 0%) und Die Linke ist mit 6 Prozent Zuwachs die neue Sympathie-Partei der Jungen“, resümiert Studienleiter Simon Schnetzer. Besonders stark scheint laut der Studie Die Linke von jungen Menschen gewählt zu werden, die sich bewusst für die Brandmauer gegen die AfD engagieren wollen und Antworten auf drängende Fragen der sozialen Gerechtigkeit suchen, wie bezahlbaren Wohnraum oder eine sichere Rente. 

Vor einem Jahr haben die Studienautoren aufgrund der hohen Zustimmungswerte der AfD noch einen deutlichen Rechtsruck bei der jungen Generation beobachtet, der sich bei den Europawahlen und den ostdeutschen Landtagswahlen 2024 bestätigte – sich nun aber wohl nicht fortsetzen wird. Während die Zustimmungswerte der Grünen (w: 24 Prozent; m: 14 Prozent) unter jungen Frauen deutlich höher sind als bei jungen Männern, verhält es sich bei der AfD (w: 15 Prozent; m: 21 Prozent) und der CDU/CSU (w: 12 Prozent; m: 20 Prozent) genau andersherum.

Erstwählende bevorzugen die AfD und die Linke

Mit Blick auf die 18- bis 21-Jährigen, die erstmals bei einer Bundestagswahl wählen dürfen, sieht das Ranking der fünf beliebtesten Parteien deutlich anders aus. An erster Stelle steht die AfD (20 Prozent), dicht gefolgt von Die Linke (19 Prozent) und mit etwas Abstand gefolgt von den Grünen (14 Prozent), CDU/CSU (12 Prozent) und SPD (11 Prozent). „Bei den Erstwählenden liegen mit der AfD und der Linken zwei Parteien ganz vorne, die einen besonders starken Fokus auf einen digitalen Wahlkampf in den sozialen Medien gelegt haben“, so Kilian Hampel.

„Der Hype der Linken hängt mit ihrer starken Fokussierung auf soziale Gerechtigkeit, bezahlbaren Wohnraum und die Positionierung gegen rechts zusammen. Viele junge Menschen geben an, diese Themen als wahlentscheidend zu betrachten und sie bei anderen Parteien nicht ausreichend vertreten zu sehen“, erläutert Klaus Hurrelmann.

Beispielhaft stehen hier drei Erklärungen von Befragten der Studie über ihre Wahlpräferenz für Die Linke:

  • Da ich mich über strategisches Wählen informiert habe und ich vermeiden will, dass es eine komplett rechte Regierung gibt.
  • Soziale Gerechtigkeit, Antifaschismus, Antikapitalismus
  • Gute Ansichten, keine rechtsextremistischen Tendenzen

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  • Dieses Spezial zur Bundestagswahl der achten Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“ basiert auf einer repräsentativen Befragung unter über 6.000 Befragten im Alter von 14- bis 69 Jahren. Für dieses Spezial wurden die Daten von 1.684 jungen Menschen im wahlfähigen Alter von 18- bis 29 Jahren herangezogen, die vom 10.01.2025 bis 16.02.2025 an der Befragung teilnahmen. Zusätzlich zur quantitativen Befragung wird die Studie qualitativ mit Teilnehmer-Panels und Zukunftsworkshops an einzelnen deutschen Schulen überprüft. 
  • Die für die Repräsentativität herangezogenen Quoten sind Alter, Geschlecht, Bildung und Migrationshintergrund und wurden vom Institut für Demoskopie Allensbach bereitgestellt. Erneut wurde die Befragung wird über das Online-Access-Panels von Bilendi umgesetzt. Die Studie wird von dem Datajockey Verlag seit dem Jahr 2020 in regelmäßigem Abstand herausgegeben und von dem Autorentrio Simon Schnetzer (Studienleitung), Dr. Kilian Hampel und Prof. Dr. Klaus Hurrelmann erstellt.

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