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Zahl der Arbeitslosen im Januar gestiegen

Lage am deutschen Arbeitsmarkt bleibt Volkswirten zufolge weiterhin gut – auch wenn die Arbeitslosenzahl im Januar gestiegen sein dürfte.

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Schilder Jobcenter und Arbeitsagentur. Bild: IMAGO / Fotostand / K. Schmitt

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Nürnberg (dpa). Die Zahl der Jobsucher am deutschen Arbeitsmarkt dürfte nach Einschätzung von Experten im Januar saisonbedingt stark gestiegen sein. Dank der robusten Wirtschaft sei der Arbeitsmarkt aber grundsätzlich in guter Verfassung, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Nach den Berechnungen der Ökonomen waren im Januar etwa 2,391 Millionen Männer und Frauen ohne Job. Das wären rund 181.000 mehr als im Dezember, aber rund 179.000 weniger als vor einem Jahr. Die offiziellen Arbeitsmarktzahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit an diesem Donnerstag (31. Januar) bekannt.

Im Winter ruhen viele Außentätigkeiten: der saisonale Effekt

Wegen des kalten Winterwetters ruhe vor allem in den Außenberufen, wie im Bau, in Gärtnereien oder in der Landwirtschaft häufig die Arbeit, so die Experten. Betriebe trennten sich deshalb über den Winter von einem Teil ihrer Belegschaft. Ohne diesen saisonalen Effekt wäre die Zahl der Arbeitslosen im Januar der Prognose zufolge um 10.000 bis 15.000 gesunken.

Anstieg sollte nicht als Alarmsignal gewertet werden

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar sei kein Alarmsignal, sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Marc Schattenberg. Der Arbeitsmarkt sei nach wie vor in guter Verfassung. Das liege unter anderem an der kräftigen Konjunktur im Land, die durch die Binnenwirtschaft gestützt werde. Dies dürfte sich im laufenden Jahr nicht ändern, schätzte Schattenberg.

Auch Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hält die vermehrt geäußerte Sorge um die deutsche Wirtschaft für überzogen. „Wir müssen weg vom Alarmismus“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Die deutsche Wirtschaft läuft gut. Die Beschäftigung wird weiter steigen.“ Beim Export drohten Unsicherheiten, aber auch im nächsten Jahr werde vor allem der Binnenmarkt die deutsche Wirtschaft stützen.

Die Konjunktur schwächt sich langsam ab

Allerdings erreiche die Konjunktur in Deutschland langsam das Ende der Fahnenstange, erläuterte Fratzscher. „Wir liegen nun noch bei einem Wachstum von 1,5 Prozent. Es gibt aber noch Potenzial.“ So könnten noch mehr Frauen erwerbstätig werden oder Ältere in Teilzeit arbeiten. Zudem wanderten noch viele Europäer zu, das Arbeitskräftepotenzial wachse noch immer.

Die größte Sorge: Wie entwickelt sich der Export?

„Die große Frage ist der Export“, ergänzte Fratzscher. „Meine größten Sorgen sind eine Rezession in den USA und ein massiver Abschwung in China. Das sind die zwei größten Risiken, nicht der Handelskonflikt, der Brexit oder Italien.“ In den Vereinigten Staaten sei eine Rezession nach zehn Jahren Aufschwung überfällig. Es gebe deutliche Anzeichen für einen Abschwung.

Die Ökonomen der Großbanken sagten hingegen in der Umfrage, dass der immer näher rückende Brexit weiterhin auf die Stimmung der Unternehmen drücke. Der für Ende März geplante Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union sei eine ständige Belastung und bremse etwa mögliche Investitionen.



Die Stimmung der deutschen Wirtschaft trübt sich

Das Münchner Ifo-Institut bestätigte diese Einschätzung: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechterte sich zu Jahresbeginn weiter. Das Ifo-Geschäftsklima fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Punkte auf 99,1 Zähler. Nach dem fünften Rückgang in Folge liegt das Stimmungsbarometer auf dem tiefsten Stand seit Februar 2016. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Abschwung“, hatte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Freitag kommentiert.

Optimistischer zeigt sich dagegen Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld. „2018 hat uns gelehrt dass die Wirtschaft ganz gut mit den Risiken klarkommt“, so der Ökonom auch mit Blick auf den brodelnden Handelskonflikt der USA mit China. „Aus wirtschaftlicher Sicht wäre es für alle der glücklichste Ausgang, wenn Großbritannien sich doch noch für einen Verbleib in der EU entscheidet“, so KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Für 2019 rechnen die Volkswirte mit weiter sinkender Arbeitslosigkeit und mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent. 2018 lag die Quote im Schnitt bei 5,2 Prozent.



Weitere Informationen

www.arbeitsagentur.de
Der Arbeitsmarkt im Dezember

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