München (tö). Ob WhatsApp, Telegram oder Facebook – viele Finanzbetrüger haben sich auf soziale Netzwerke und Messenger-Dienste spezialisiert, um neue Opfer zu finden. Die Ganoven locken in der Regel mit hohen Renditen und haben derzeit zumindest bei gutgläubigen Menschen nicht selten leichtes Spiel. Angesichts von Negativzinsen und Minizinsen auf Tages- und Festgeldkonten suchen viele Anleger nach ertragreicheren Alternativen, auch für Ihre Altersvorsorge. Woran man unseriöse Anbieter erkennen kann:
1. Üppige Zinsen
Um Anbieter, die hohe Zinsen von fünf, sechs oder sieben Prozent oder mehr versprechen, sollten Anleger lieber einen Bogen machen, Je höher das Zinsangebot, desto höher das Risiko, sein Geld komplett zu verlieren. Oft verbergen sich dahinter sogenannte Schneeballsysteme, bei denen mit dem Geld der neuen Anleger die vermeintlichen Erträge der alten Anleger ausbezahlt werden, bis das System zusammenbricht. Lieber gleich nein sagen sollten Sparer auch bei Offerten, bei denen mit einmaligen Chancen, Hinweisen auf eine Prüfung durch die Finanzaufsicht Bafin oder sagenhaften langfristigen Gewinnversprechungen geworben wird.
2. Unklare Grundlagen
Mit wenigen Klicks lässt sich im Internet herausfinden, ob ein Anbieter eine Homepage hat und dort ein vollständiges Impressum mit Firmennamen, Anschrift, Steuernummern und Kontaktdaten steht. Fehlt das, ist das schon ein Alarmzeichen. Auch wenn Mitarbeiter nie telefonisch erreichbar sind oder das angebotene Produkt so kompliziert klingt, dass man es nicht auf Anhieb versteht, sollten Sparer lieber die Finger davon lassen.
3. Unnötiger Zeitdruck
Unseriöse Anbieter üben Zeitdruck aus, pochen auf schnelle Entscheidungen, sprechen von exklusiven Geschäften. Manche rufen auch einfach unaufgefordert bei potentiellen Kunden an – diese sogenannten Kaltakquise ist in Deutschland aber verboten.
4. Undurchsichtige Kosten
Anleger sollten immer wissen, was sie an Provisionen für den Vertrieb zahlen, wie hoch ihre laufenden Kosten sind und wie diese sich auf die mögliche Rendite auswirken. Fehlen diese Angaben oder wird dazu nur vage Auskunft gegeben, kann etwas nicht stimmen.
5. Gefährliches Ausland
Schon viele Anleger haben Geld verloren, weil sie Kapital ins (außereuropäische) Ausland transferiert haben. Finanzbetrüger fordern auch gerne dazu auf, erst einen kleineren Betrag zu investieren. Dann tun sie so, als ob das Probeinvestment äußerst rentabel angelegt wird, um ihre Opfer zu verleiten, noch mehr Geld zu überweisen.
