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Corona-Ängste lassen Dax deutlich ins Minus rutschen

Anleger reagieren verschreckt auf die neuesten Nachrichten über das Corona-Virus – das drückt den deutschen Aktienmarkt deutlich ins Minus.

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Rote Coronaviren mit Aktienkurve und mehreren Stapeln Münzen vor einer Weltkarte.

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Frankfurt/Main (dpa). Neue Corona-Befürchtungen haben die Anleger verschreckt und den deutschen Aktienmarkt am Montag deutlich ins Minus gedrückt. Zudem ist das Gerangel um einen Handelspakt zwischen der EU und Großbritannien noch immer nicht beendet. Dass sich Demokraten und Republikaner im US-Kongress nach monatelangem Streit auf ein rund 900 Milliarden US-Dollar schweres Konjunkturpaket verständigten, half der hiesigen Börse kaum.

Der Dax schloss mit einem Verlust von 2,82 Prozent bei 13.246,30 Punkten und machte damit einen Großteil seines knapp vierprozentigen Gewinns aus der Vorwoche wieder zunichte. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor letztlich 1,77 Prozent auf 29.866,47 Zähler.

Europäische Leitbörsen alle in den „roten Zahlen“

Auch die anderen europäischen Leitbörsen endeten im tiefroten Bereich. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund 2,7 Prozent. Der Pariser Leitindex Cac 40 büßte rund 3,1 Prozent ein und der Londoner FTSE 100 rund 1,7 Prozent. Der New Yorker Dow Jones Industrial verzeichnete zum europäischen Handelsschluss ein moderates Minus von rund 0,4 Prozent.

Mutation des Corona-Virus in Großbritannien

Am Wochenende rückte eine neue Variante des Coronavirus in Großbritannien in den Fokus, die deutlich ansteckender sein soll als die bisherige. Deswegen schottet sich Europa zunehmend vom Vereinigten Königreich ab. „Die Anleger haben angesichts neuer Reisebeschränkungen wegen der Virus-Mutation die Jahresendrally erst einmal abgesagt. In die neue Unsicherheit hinein will niemand spekulativ auf einen positiven Jahresausklang im Deutschen Aktienindex setzen“, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Angesichts der neuen Virussorgen gab es am deutschen Aktienmarkt fast nur Verlierer. Auch die Autobranche, die wegen der Impfhoffnungen zuletzt einen Erholungskurs eingeschlagen hatte, geriet erneut unter Druck. So verloren BMW, VW und Daimler zwischen 2,9 und 3,9 Prozent.

Gewinner und Verlierer

Corona-Krisengewinner hielten sich dagegen vergleichsweise gut: Die Anteilsscheine des Essenslieferanten Delivery Hero waren mit einem Rückgang von 0,2 Prozent der Spitzenreiter im Dax. Die Papiere des Laborzulieferers Sartorius stiegen im MDax um 1,0 Prozent. Die Aktien des Medizintechnik-Unternehmens Drägerwerk gewannen 0,7 Prozent. Corona-Krisenverlierer wie Lufthansa, Airbus oder Fraport sackten zwischen 3,0 und 5,1 Prozent ab.

Die Anteilsscheine des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus entzogen sich dem allgemeinen Marktdruck und schnellten um knapp 12 Prozent nach oben. Ein Übernahmeangebot von Morgan Stanleys Investmentvehikel Kublai befeuerte die bereits zuletzt stark gestiegenen Aktien.

Unterstützt wird der Deal vom Tele-Columbus-Ankeraktionär United Internet, der seinen knapp 30-prozentigen Anteil andienen und sich dafür an Kublai beteiligen will. Bei den Aktionären von United Internet kamen diese Pläne weniger gut an. Die Aktien des Internetdienst-Anbieters fielen um 4,1 Prozent.

Neuerungen an der Börse

Die Index-Veränderungen, die an diesem Montag in Kraft traten, rückten in den Hintergrund. Die wichtigste Neuerung ist wohl die Aufnahme der im September an die Börse gebrachten Siemens Energy in den MDax. Die Aktien büßten 1,8 Prozent ein.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,56 am Freitag auf minus 0,61 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 146,45 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,03 Prozent auf 177,79 Punkte. Der Euro wurde zuletzt mit 1,2232 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2173 Dollar festgesetzt.


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