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Energie, Nerven und Altersvorsorge schonen

Für eine energetische Sanierung muss nicht das Ersparte geopfert werden. Es gibt genug öffentliche Fördermöglichkeiten.

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Handwerker renoviert eine Wohnung. Bild: IMAGO / YAY Images

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Bad Homburg (mjj) Beinahe wäre es passiert: „Ich war drauf und dran meine Riester-Rente für den Bau aufzulösen“, sagt Bernhard Klebe. Mit „Bau“ meint er die energetische Sanierung seines rostroten Klinkerbaus in einer Kleinstadt in Niedersachsen. Über 30.000 Euro weist die letzte Standmitteilung seiner Riester-Rentenversicherung auf. Die Kostenvoranschläge der Handwerker summierten sich auf eine ähnliche Summe. Doch dann warnte ihn sein Versicherungsvertreter. „Ich müsse die gesamten Riester-Zulagen auf einen Schlag zurückzahlen – immerhin ein paar tausend Euro.“ Erst habe er sich aufgeregt, dass der Staat ihm die Freiheit nimmt, über sein Geld zu verfügen. Doch dann habe der Versicherungsvertreter ihm den Tipp gegeben, sich mal nach Förderprogrammen umzuschauen. Da gibt der Staat.

„Die Riester-Förderung ist zweckgebunden, der Staat will die Altersvorsorge fördern. Wird das Kapital aus einer Riester-Rentenversicherung schon vor dem Renteneintritt verbraucht, ist das rechtlich gesehen eine so genannte schädliche Verwendung“, erklärt Wolf-Dieter Burde von der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover. Deswegen wird die Förderung vor der Auszahlung abgezogen.

Als klar war, dass Bernhard Klebe einen Kredit aufnehmen musste, hatte er sich gleich zwei Termine ausgemacht. Bei seiner Hausbank und bei der Energieberatung seiner Stadt. Die Hausbank riet ihm zu einem Förderprogramm der KfW-Förderbank, die Energieberatungsstelle konnte ihm weitere Anlaufstellen nennen. Am Ende stand seine Finanzierung auf drei Säulen: Einem Bankdarlehen, einem KfW-Förderkredit und einem Zuschuss vom Land.

Drei Säulen – eine Finanzierung

Egal ob Wärmedämmung, neue Fenster, Heizkessel, der Einbau digitaler Systeme zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung oder der Einbau einer Photovoltaikanlage – viele Vorhaben lassen sich mit einer Drei-Säulen-Finanzierung stemmen.

  • Öffentliche Förderprogramme warten mit besonders günstigen Zinskonditionen und/oder Tilgungszuschüssen auf. Sie sind in der Regel in der Höhe gedeckelt. Jetzt kommt ein Bankkredit ins Spiel.
  • Der Bankkredit: Derzeit sind die Zinsen niedrig. Dennoch ist ein Vergleich ratsam, da schon kleine Nachkomma-Unterschiede je nach Darlehenssumme Hunderte Euro bedeuten können. Lassen Sie sich explizit Angebote für Sanierungs- und Modernisierungskredite geben. Sie sind zwar zweckgebunden, aber in der Regel auch günstiger als normale Baukredite. Ist Ihnen Flexibilität wichtig, achten Sie auf die Optionen „Sondertilgung“ und „Ratenanpassung“.
  • Zuschüsse: Sie sind das Sahnehäubchen einer Finanzierung, weil sie nicht zurückgezahlt werden müssen. Je nach Maßnahme winken vier- bis fünfstellige Beträge.

Junges Paar prüft Unterlagen – Bildnachweis: wdv © J.Lauer
Ob Verbraucherzentrale oder Energieberatung im Rathaus - lokale Experten kennen die Fördermöglichkeiten vor Ort

Die Beratung macht´s

Die Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen und Modernisierungen sind so vielfältig, dass Beratung Sinn macht. Gemeinden, Städte, Landkreise, Bundesländer, Verbraucherzentralen, Initiativen – sie alle bieten Unterstützung. Deswegen drei Praxistipps:

  • Nutzen Sie lokale Beratungsangebote und Verbraucherzentralen. Vor Ort kennt man die regionalen Fördermöglichkeiten am besten und versorgt Sie mit Infomaterial. Einfach mal auf der Internetseite der eigenen Stadt oder Gemeinde nach Telefonnummern und Öffnungszeiten schauen.
  • Lassen Sie sich nicht nur zur Finanzierung beraten, sondern auch zur Umsetzung Ihrer Maßnahmen. Je komplexer die energetische Sanierung ist, desto wichtiger ist eine fachliche Begleitung durch einen Experten für Energieeffizienz. Auch diese Unterstützung kann übrigens bezuschusst werden – etwa im Rahmen des „Zuschuss 431“ der KfW-Förderbank. Hier winken bis zu 4.000 Euro.
  • Wollen Sie öffentliche Fördermittel selbst recherchieren, empfehlen wir den Produktfinder der KfW-Förderbank (www.kfw-foerderbank.de ) und die Seite www.baufoerderer.de der Verbraucherzentralen. Ein Schnelltest zeigte aber, dass man so noch nicht alle relevanten Fördermöglichkeiten erhält. Deswegen sollten Sie Ihre Suchmaschine mit dem Namen ihrer Gemeinde oder Stadt sowie ihres Bundeslandes mit dem Sanierungsvorhaben (zum Beispiel „Photovoltaik“ oder „Gebäudedämmung“) kombinieren.
Und Bernhard Klebe? Der ist zufrieden. Er profitiert doppelt, denn der Staat unterstützt ihn weiter mit Zulagen zur Riester-Rente und beim Klimaschutz. Eigentlich passt das gut zusammen: Beides sind Investitionen in eine lebenswerte Zukunft.




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