Frankfurt (kr). ETFs (Exchange Traded Funds) bilden Aktienindizes ab. Zu den bekanntesten gehört zum Beispiel der Weltaktienindex MSCI World. Das Volumen aller ETFs weltweit bezifferte das Handelsblatt im Herbst 2023 auf 10,32 Billionen US-Dollar. Allein in Deutschland haben Anlegerinnen und Anleger rund 103 Milliarden Euro in solche Fonds investiert. Fachleute erwarten einen weiteren Zuwachs in diesem Segment.
ETFs bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Aktienindex wie zum Beispiel des DAX ab. Sparer können so auch mit kleineren Beträgen an der Börse investieren. Doch nicht alle Fonds investieren tatsächlich in die Aktien, die ein Index enthält. Fachleute unterscheiden zwischen physischen und synthetischen ETFs.
Synthetische ETFs
Physische ETFs sind bis heute beliebter bei den meisten Anlegern. Sie enthalten tatsächlich die Aktien der in einem Index gelisteten Wertpapiere. Synthetische Fonds dagegen ahmen die Ergebnisse des jeweiligen Index nach. Der Bundesverband deutscher Banken erklärt, wie das geht: „Sie machen das, indem sie spezielle Verträge namens Swaps mit anderen Parteien abschließen, anstatt direkt in Vermögenswerte zu investieren.“
Dazu arbeitet der ETF-Anbieter zum Beispiel mit einer Bank zusammen. Die sichert dem Partner zu, die Wertentwicklung des ausgewählten Index abzubilden und für alle notwendigen Zahlungen inklusive anfallender Dividenden aufzukommen. Als Sicherheit erhält sie ein Aktienpaket, dass der ETF-Anbieter aus den Einzahlungen seiner Anleger finanziert. Dieses Aktienpaket muss nicht identisch sein mit der Zusammensetzung des im ETF abgebildeten Index.
Bringen die Aktien mehr ein als der Index, macht die Bank Gewinn. Im umgekehrten Fall muss sie drauflegen, um die Ansprüche der Anlegerinnen und Anleger zu erfüllen.
Vorteile und Risiken
Laut Bundesverband deutscher Banken bieten synthetische ETFs die Möglichkeit, Nischenindizes abzubilden, bei denen der Zugriff auf die Vermögenswerte über die Börsen eher schwierig sei. Zudem seien synthetische ETFs sehr genau in der Nachbildung eines Index, weil sie nicht ständig Wertpapiere kaufen und verkaufen müssen wie die physische ETFs. Das spare unter anderem Transaktionskosten.
Zu den Nachteilen gehöre das sogenannte Kontrahentenrisiko. Das bedeutet: Unter Umständen kann die Garantiebank in finanzielle Schwierigkeiten geraten und ihren vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. In diesem Fall muss „der ETF-Anbieter auf das Sicherheiten-Portfolio zurückgreifen und es zu Geld machen. Liegt der Wert dieses Aktienkorbs jedoch unter dem Wert des Index, entsteht den Anlegern ein Verlust“, schreibt das Finanzportal biallo.de.
Der Bankenverband weist darauf hin, dass es hierfür europäische Regulierungsvorschriften gebe, die das Risiko für Anleger begrenzen, indem die Höhe der Tauschgeschäfte begrenzt ist, Sicherheiten vorgehalten werden müssten und diese regelmäßig angepasst würden.
Dennoch räumen die Banker ein, dass man nicht pauschal sagen können, für wen sich synthetische ETFs eignen. In jedem Fall sei es wichtig, die spezifischen Merkmale und Risiken eines ETFs zu verstehen, bevor eine Anlageentscheidung getroffen wird. Dazu verweist der Verband auf das verpflichtende Basisinformationsblatt und den Fondsprospekt. Sie würden einen ersten Überblick über die Investmentstrategie sowie über Risiken und Kosten eines ETFs geben.
