München (tö). Anleger, die mit börsennotierten Indexfonds auf bestimmte Themen wie erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft oder Künstliche Intelligenz setzen und so Geld zum Beispiel für ihre zusätzliche Altersvorsorge zurücklegen wollen, gehen ein hohes Risiko ein. Das zeigt ein Blick auf das Anlagejahr 2023, in dem etliche Themenfonds deutliche Kurseinbußen hinnehmen mussten. Dies gilt vor allem für ETF, die in erneuerbare Energien investiert haben.
Die Idee klingt gut: Geld anlegen, etwas fürs Klima tun und damit auch noch ordentliche Renditen erwirtschaften – dieser Mix kommt gerade bei jungen Sparerinnen und Sparer gut an. Doch das kann schiefgehen, wie etwa der Indexfonds iShares Global Clean Energy ETF zeigt. Der Fonds, der in Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern investiert, die an der Erzeugung sauberer Energien beteiligt sind, gehört zu den beliebtesten ETF in Deutschland und Europa. Er verlor aber in den vergangenen drei Jahren fast 50 Prozent an Wert, 2023 waren es allein mehr als 20 Prozent. Das Volumen des ETFs schrumpfte von mehr als sechs Milliarden auf etwa 3,5 Milliarden Euro.
Was Anleger bei Investitionen in Themenfonds bedenken sollten
Die Hauptgründe für das Desaster: Unternehmen, die mit alternativer Energie Geld verdienen wollen, konnten wegen der Erhöhung der Zinsen und der Lieferkettenprobleme weniger gut wachsen. Windkraftanlagen zu installieren, hat sich wegen der stark gestiegenen Rohstoffpreise und der Inflation deutlich verteuert. Vor allem Anleger, die auf dem Höhepunkt des Hypes um alternative Energien in den Fonds eingestiegen sind, müssen nun hohe Kursverluste in Kauf nehmen. Der iShares Global Clean Energy ETF ist jedoch nur ein Beispiel von vielen: Auch einige andere Themen-ETFs fuhren im vergangenen Jahr große Verluste ein, so etwa Fonds, die auf Unternehmen in den Branchen Wasserstoff, Cannabis oder Batterietechnik setzten.
Anlegende sollten bei Investitionen in Themenfonds daher bedenken:
- Erfolgreiche Verkäufer von Themenfonds erzählen gute Geschichten und erwecken den Eindruck, es gehe um ein wirklich lohnendes Investment in die Zukunft. Letztlich ist eine solche Anlage aber eine waghalsige Wette auf die Zukunft: Denn ob sich ein Thema wirklich am Markt durchsetzt, wird sich erst Jahre später herausstellen. Nicht selten werden die Fonds geschlossen oder in andere Fonds überführt, wenn das Thema nicht mehr „läuft“. Für Anlegende ist dies in der Regel mit hohen Verlusten verbunden.
- Themenfonds decken nur bestimmte Segmente der Wirtschaft ab, sie sind damit weniger stark diversifiziert. Oft werden Anteile von Unternehmen gekauft, die noch gar nicht profitabel wirtschaften. So kann die Wertentwicklung solcher Fonds viel stärker schwanken als etwa bei breit aufgestellten Fonds, die auch in der Regel in viel mehr Unternehmen investieren und damit das Risiko mehr verteilen.
- Anlegende sollten aufpassen, dass sie nicht zu spät auf Trends aufspringen. Häufig kommen die Anbieter mit ihren neuen Produkten heraus, wenn der Hype um ein neues Thema bereits seinen ersten Höhepunkt überschritten hat. Die Folge: Die Anleger steigen in die Fonds zu hohen Kursen ein und müssen dann schlimmstenfalls zusehen, wie diese erst einmal stetig sinken.
- Fondssparer sollten einen langen Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren einkalkulieren, um schwache Börsenphasen aussitzen zu können.
- Anlageexperten empfehlen, beim langfristigen Vermögensaufbau nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des Geldes in Themenfonds oder Themen-ETFs zu stecken.
