München (tö). Themenfonds, mit denen Anlegerinnen und Anleger auf bestimmte Themen wie Mobilität der Zukunft, Ernährung, Demografie oder Digitalisierung der Wirtschaft setzen und so Geld zum Beispiel für ihre zusätzliche Altersvorsorge zurücklegen können, erzielen oft unterdurchschnittliche Renditen. Dies zeigt eine Studie des Analysehauses Scope. Demnach hatten Anlegende mit den Fonds vor allem im vergangenen Jahr starke Kurseinbußen.
Scope untersuchte 132 Aktienfonds, die für Anleger in Deutschland zugänglich sind und sich mehrere Themen gleichzeitig konzentrieren. Der Großteil darunter sind aktiv gemanagte Fonds, nur sieben sind als börsennotierte Indexfonds, bekannt als Exchanged Traded Funds (ETF), aufgelegt. Das Ergebnis: 2022 erzielten bis zum Stichtag 30. November die untersuchten Multithemenfonds im Durchschnitt ein Minus von 16 Prozent. Beim Durchschnitt von 840 global orientierten Aktienfonds, die Scope zum Vergleich heranzog, verringerte sich der Wert hingegen nur um etwa 11 Prozent.
Noch größer ist der Abstand zum Weltindex MSCI World, der die Kursentwicklung von rund 1600 Aktien aus 23 Industrieländern widerspiegelt. Der MSCI World, den etliche ETFs nachbilden, wies in den ersten elf Monaten laut Scope nur ein Minus von etwas mehr als sechs Prozent aus.
Nun hatten der Überfall Russlands auf die Ukraine, die steigenden Energiekosten, die hohe Inflation und die höheren Zinsen 2022 zu einem Kursrutsch an den internationalen Börsen geführt, der auch an den Themenfonds nicht spurlos vorbeigehen konnte. Doch über einen längeren Zeitraum schnitten die untersuchten Fonds laut der Scope-Analyse ebenfalls schlechter als der breite Aktienmarkt ab. So legten die Themenfonds binnen drei Jahren laut der Scope-Untersuchung pro Jahr im Durchschnitt um etwa 5 Prozent zu. Der Weltindex MSCI World gewann aber in diesem Zeitraum jedes Jahr 10 Prozent.
Was Anlegende bei Investitionen in Themenfonds bedenken sollten
- Jede Investition ist eine Wette auf die Zukunft: Ob sich das Thema wirklich am Markt durchsetzt, wird sich erst Jahre später herausstellen.
- Themenfonds decken nur bestimmte Segmente der Wirtschaft ab. Deshalb kann ihre Wertentwicklung auch viel stärker schwanken als etwa bei einem breit aufgestellten, weltweit investierenden Fonds.
Auch sollten Fondssparer einen langen Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren einkalkulieren, um schwache Börsenphasen aussitzen zu können.
Außerdem sollten Anlegende aufpassen, dass sie nicht zu spät auf Trends aufspringen. Häufig kommen die Anbieter mit ihren neuen Produkten heraus, wenn der Hype um ein neues Thema bereits seinen ersten Höhepunkt überschritten hatten – Neuanleger haben mit ihren Fonds dann zunächst einmal Kursverluste.
