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Mehr Kaufkraft: Tariflöhne steigen wohl stärker als Preise

Mehr Geld im Portemonnaie für Millionen Beschäftigte: Bisher sieht es danach aus, als würden die Tariflohnerhöhungen im laufenden Jahr die Inflation schlagen. Doch es gibt noch einige Fragezeichen.

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Hand nimmt Geldscheine aus Geldbörse. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

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Düsseldorf (dpa). Die Tariflöhne in Deutschland dürften im laufenden Jahr einer Hochrechnung zufolge stärker steigen als die Verbraucherpreise. Unter dem Strich könnte den Tarifbeschäftigten nach Abzug der Inflation ein realer Lohnzuwachs von 0,7 Prozent bleiben, wie das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung errechnet hat. Somit hätten die Menschen mehr Kaufkraft und könnten mehr konsumieren, was die Konjunktur ankurbeln würde.

Berücksichtigt wurden in den Berechnungen die Tarifeinigungen aus dem ersten Halbjahr des laufenden Jahres sowie die bereits in den Vorjahren für 2026 vereinbarten Tariferhöhungen. Auf dieser Basis steigen die Tariflöhne im laufenden Jahr nominal um durchschnittlich 3,1 Prozent. Dem steht eine durchschnittliche Steigerung der Verbraucherpreise um 2,4 Prozent im ersten Halbjahr gegenüber.

Für das Gesamtjahr 2025 hatte das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung einen durchschnittlichen Zuwachs der Tariflöhne um 2,6 Prozent und ein reales Lohnplus von 0,4 Prozent errechnet.

In einigen großen Branchen wird noch verhandelt

Von den aktuellen Tariferhöhungen profitieren den Angaben zufolge mehr als 15 Millionen Beschäftigte. In einigen großen Branchen wie dem Einzelhandel wird noch verhandelt, in der Metall- und Elektroindustrie beginnen die Tarifverhandlungen im Herbst. 

“Da nach den jetzigen Prognosen auch die Inflationsraten noch etwas höher ausfallen werden, hängt es von den noch offenen Tarifrunden ab, ob am Ende des Jahres die Kaufkraft gesichert werden kann”, sagte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Der Rückgang der Reallöhne aus den Krisenjahren 2021 bis 2023 ist laut WSI bisher nicht vollständig kompensiert. 

Im Juli des laufenden Jahres war die Teuerungsrate in Deutschland auf 2,8 Prozent geklettert. Nach Auslaufen des zweimonatigen Tankrabatts schlugen steigende Energiepreise wieder voll durch.


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