München (tö). Anlegerinnen und Anleger, die mit börsennotierten Indexfonds (ETFs) auf bestimmte Themen wie erneuerbare Energien, Robotik, Batterietechnik oder Kreislaufwirtschaft setzen und so etwas zum Beispiel für ihre zusätzliche Altersvorsorge tun wollen, haben gute Aussichten auf überdurchschnittliche Renditen, sie gehen aber auch ein hohes Risiko ein. Dies zeigt eine Untersuchung des Finanzportals extraETF.
Kryptowährungen sind der große Verlierer
Der Studie zufolge zählten in diesem Jahr (Stand: 31.7. 2022) zu den Themen mit der schlechtesten Wertentwicklung Kryptowährungen mit einem Minus von durchschnittlich 53 Prozent, gefolgt von Cannabis (-34 Prozent), Blockchain (-31 Prozent), Cloud Computing (-31 Prozent) und Sportwetten sowie Online-Glücksspiel (-26 Prozent).
Deutlich besser lief es bei anderen Themen: So konnten Anleger, die zum Jahreswechsel in die Themen Energie (+39 Prozent), Solarenergie (+21 Prozent), Landwirtschaft (+17 Prozent) investierten, in den ersten sieben Monaten des Jahres durchschnittlich zweistellige Renditen erzielen.
Exchanged Traded Funds (ETFs), die die Kursentwicklung eines bestimmten Börsenindex nachbilden, sind wegen ihrer niedrigen Kosten, besonders beliebt. Laut Extra-ETF waren bis Ende Juli 2022 bereits 177 Milliarden Euro allein in 420 Themen-ETFs mit 70 unterschiedlichen Anlageschwerpunkten investiert. Besonders gefragt waren zuletzt ETFs mit Aktien von Unternehmen, die in den Bereichen Gold, Zukunft der Ernährung. Landwirtschaft und Digitale Infrastruktur tätig sind.
Langfristig profitierten die Themen-ETFs von der bis Ende vergangenen Jahres positiven Entwicklung an den Aktienmärkten. So erzielten alle Themen-ETFs in den vergangenen fünf Jahren bis Ende Juli 2022 ein Plus von durchschnittlich 49,5 Prozent. Zum Vergleich: Der für die langfristige zusätzliche Altersvorsorge unter anderem von Stiftung Warentest empfohlene Weltindex MSCI World legte in diesem Zeitraum allerdings sogar 74,4 Prozent zu.
Nicht zu viel in Themenfonds investieren
Anlageexperten empfehlen deshalb, beim langfristigen Vermögensaufbau nur einen kleinen Teil des Geldes in Themenfonds und Themen-ETFs, zu stecken. Solch spezielle Anlagen sollten nicht mehr als fünf bis zehn Prozent des gesamten Portfolios ausmachen. Auch sollten Fondssparer einen langen Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren einkalkulieren, um schwache Börsenphasen aussitzen zu können.
Außerdem sollten Anleger aufpassen, dass sie nicht zu spät auf Trends aufspringen. Häufig kommen die ETF-Anbieter mit ihren neuen Produkten heraus, wenn das Interesse der Investoren an einem Thema bereits seinen Höhepunkt erreicht hat. Wenn die Anleger dann in die ETFs einsteigen können, kaufen sie zu hohen Kursen ein und müssen dann schlimmstenfalls zusehen, wie die Kurse erst einmal stetig sinken.
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