Berlin/Wiesbaden (dpa). Bei Strom- und Gaspreisen sehen Energiemarktexperten weiterhin Anzeichen für eine leichte Entspannung, vor allem für Neukunden. „Wir erwarten, dass die Preise für Neukundinnen und Neukunden in den kommenden Wochen weiter sinken“, sagte der Energie-Geschäftsführer Steffen Suttner vom Vergleichsportal Check24 der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Die Entwicklung bleibe allerdings abhängig von den weltpolitischen Ereignissen sowie den Füllständen der Gasspeicher. Eine Prognose sei schwierig.
Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt das Vergleichsportal Verivox: „Sollten keine unvorhergesehenen Krisen auftreten, dürften die durchschnittlichen Strompreise für Neukunden in den kommenden Monaten weiterhin günstig bleiben“, sagte Verivox-Sprecher Lundquist Neubauer. Der Neukundenpreis liege aktuell im Schnitt bei 36,1 Cent pro Kilowattstunde Strom und 11,3 Cent pro Kilowattstunde Gas und damit weit unter dem Preisdeckel der Preisbremsen von 40 Cent (Strom) beziehungsweise 12 Cent (Gas).
Grundversorgung meist wieder teurer
Auch bei den Grundversorgungstarifen tut sich etwas – allerdings in beide Richtungen: „Für März und April liegen uns derzeit 35 Preissenkungen um durchschnittlich 16 Prozent von örtlichen Strom-Grundversorgern vor“, erklärte Verivox. Im gleichen Zeitraum gebe es aber auch 26 Preiserhöhungen von durchschnittlich 48 Prozent. „Beim Gas liegen uns derzeit 48 Preissenkungen um durchschnittlich 21 Prozent vor“, berichtete Verivox. Im gleichen Zeitraum gebe es 5 Preiserhöhungen von durchschnittlich 34 Prozent.
Sparen könnten vor allem Haushalte, die in der Grundversorgung beliefert werden. „Diese war im letzten Jahr oft die günstigste Alternative, doch mittlerweile gibt es wieder deutlich bessere Angebote.“ Verivox wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der örtliche Grundversorgungstarif mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden könne.
„Zwar senken die ersten Grundversorger ihre Preise in den kommenden Monaten, flächendeckend ist diese Entwicklung aber noch nicht“, so Neubauer. Die unterschiedlichen Preisentwicklungen erklärt er so: „Viele Bestands- und Grundversorger geben die hohen Kosten der Energiekrise jetzt erst an ihre Kunden weiter. Neukundentarife hingegen werden oft kurzfristig, auf Basis aktueller Marktpreise kalkuliert.“
