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Hohe Preise treiben mehr Menschen in die Schuldenfalle

Immer mehr Privatinsolvenzen: Steigende Kosten und spontane Ratenkäufe bringen viele Haushalte an ihre Grenzen. In einer Altersgruppe hat sich die Zahl der Pleiten besonders stark erhöht.

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Scrabble-Spiel mit Buchstaben "Pleite" und Spielfiguren. Bild: IMAGO / Michael Weber

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Frankfurt/Hamburg (dpa). Hohe Energie- und Lebensmittelpreise treiben immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher in die Pleite. 107.816 Privatinsolvenzen wurden nach Angaben des Informationsdienstleisters Crif im vergangenen Jahr in Deutschland registriert. Dies seien 7,8 Prozent mehr als 2024, und die Zahlen dürften weiter steigen.

Die finanzielle Situation vieler Privatpersonen bleibe angespannt, sagt Crif-Deutschland-Geschäftsführer Frank Schlein: „Trotz einer grundsätzlich höheren Sparbereitschaft reichen die Rücklagen in vielen Haushalten nicht mehr aus, um die steigenden Kosten aufzufangen.“ Durchschnittlich beliefen sich die Schulden der Betroffenen auf rund 15.000 Euro.

Im laufenden Jahr noch mehr Verbraucherinsolvenzen erwartet 

Für 2026 rechnet Crif derzeit mit 110.000 Privatinsolvenzen hierzulande. Damit wäre der Wert aus dem Jahr 2021 überschritten, in dem es infolge einer Gesetzesänderung knapp über 109.000 Fälle gegeben hatte. Damals waren ein Jahr zuvor viele Insolvenzanträge zurückgehalten worden, um von der vom 1. Januar 2021 an geltenden Verkürzung der Restschuldbefreiung zu profitieren: Die Dauer des Verfahrens reduzierte sich von sechs auf drei Jahre.

Die Hauptursachen für Privatinsolvenzen sind nach Angaben von Crif unverändert: Arbeitslosigkeit, gescheiterte Selbstständigkeit, Trennung oder Scheidung, gesundheitliche Probleme.

Junge Leute besonders oft betroffen

Prozentual stiegen die Fallzahlen 2025 im Vergleich zum Vorjahr am stärksten bei den 18  bis 20 Jährigen (plus 52,6 Prozent) und bei den 21  bis 30 Jährigen (plus 28,6 Prozent). Ein Grund nach Einschätzung von Crif: Spontane Ratenkäufe. Angebote wie „Buy Now – Pay Later“ („Kaufe jetzt, bezahle später“) sind verlockend, insbesondere, wenn online schnell per Mausklick eingekauft werden kann und die Finanzierung zum Nulltarif angepriesen wird. 

Verbraucherschützer warnen regelmäßig davor, dass Menschen ihre Finanzkraft überschätzen und mehr auf Pump kaufen, als sie sich leisten können.

Die meisten Privatinsolvenzen im vergangenen Jahr zählte Crif im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 25.864 Fällen. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl gab es die meisten Verbraucherpleiten in Bremen mit 201 Fällen je 100.000 Einwohner, die wenigsten Privatinsolvenzen zählten demnach Bayern und Thüringen mit jeweils 86 je 100.000 Einwohner.


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