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Industrieschwäche setzt sich fort

Weniger Auftragseingänge schüren Rezessionsängste. Konjunkturmaßnahmen und EZB-Kurs stehen in der Diskussion

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Schornsteine eines Kraftwerks

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Wiesbaden (dpa) - Die weltweiten Handelskonflikte belasten die deutsche Industrie zunehmend. Zu Beginn der zweiten Jahreshälfte gingen die Bestellungen noch stärker zurück als ohnehin befürchtet. Das Auftragsvolumen sei im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Damit beschleunigte sich der Rückgang im Vergleich zum Juni und fiel zudem stärker aus als Experten erwartet hatten.

Die Auftragseingänge seien schwach ins dritte Quartal gestartet, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium. Angesichts der weiter schwelenden internationalen Handelskonflikte und der zurückhaltenden Geschäftserwartungen zeichne sich für die kommenden Monate keine grundlegende Besserung der Industriekonjunktur ab.

Entwicklung erhöht die Rezessionswahrscheinlichkeit

Schwach entwickelten sich im Juli die Auslandsbestellungen, speziell von außerhalb der Eurozone. Die Inlandsnachfrage gab auch nach, aber nicht so stark. Für Verzerrung sorgten abermals Großaufträge: Während sie im Juni die Auftragslage stützten, belasteten sie das Gesamtergebnis im Juli.

Bankökonomen äußerten sich ernüchtert. "Die Misere im verarbeitenden Gewerbe setzt sich fort", resümierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank. Die Entwicklung erhöhe die Rezessionswahrscheinlichkeit für die deutsche Volkswirtschaft erheblich. Carsten Brzeski, Chefökonom der Direktbank ING Deutschland, bewertet die Lage ähnlich.

Stützungsmaßnahmen und Lockerung des EZB-Kurses in der Diskussion

Von einer Rezession sprechen Ökonomen, wenn die Gesamtwirtschaft zwei Quartale in Folge schrumpft. Nach einem leichten Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal könnte Deutschland also in den Sommermonaten in eine milde Rezession gefallen sein. Wegen der Wachstumsschwäche wird auf der politischen Bühne bereits seit längerem über konjunkturelle Stützungsmaßnahmen diskutiert.

Weil die Konjunkturschwäche weite Teile des Euroraums erfasst hat, wird von der Europäischen Zentralbank (EZB) eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik erwartet. Weiteren Aufschluss über die Lage der Industrie liefern die am Freitag anstehenden Daten zur Produktion im Juli. Hier erwarten die Experten auf Jahresbasis einen Rückgang um knapp vier Prozent - das wäre aber immerhin etwas weniger als noch im Juni.


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