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IW-Studie: Wohneigentum in einigen Großstädten preiswerter geworden

Steigende Preise werden durch sinkende Kreditzinsen mehr als ausgeglichen, sagt die Studie. Aber es gibt einen Haken.

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Frankfurt/Köln (dpa). Trotz des Immobilienbooms sind Eigentumswohnungen laut einer Studie in einigen deutschen Großstädten erschwinglicher geworden. Grund seien gesunkene Zinsen, die Hypothekenkredite billiger machten und den Effekt steigender Preise überkompensierten, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie. Jedoch profitierten nur wenige Haushalte davon, da sie zu wenig Eigenkapital für den Immobilienkauf und die Nebenkosten wie Notar und Grunderwerbssteuer besäßen.

Für das Papier im Auftrag des Düsseldorfer Immobilienkonzerns LEG wurden die Preise für Wohneigentum in 50 Großstädten hierzulande analysiert. Dort beobachtete das arbeitgebernahe IW von 2011 bis 2020 Aufschläge zwischen 9 Prozent in Gelsenkirchen und 128 Prozent in Augsburg. Zugleich seien die Angebotsmieten moderater gewachsen – zwischen 3,9 Prozent in Oberhausen und 32,4 Prozent in München.

Miete günstiger als Wohneigentum?

„Daraus zu schlussfolgern, dass Wohneigentum generell teurer ist als das Wohnen zur Miete, wäre jedoch falsch“, sagte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am IW. In 38 der betrachteten 50 Großstädte seien die Amortisationszeiten für ein Hypothekendarlehen zwischen 2011 und 2020 gesunken, wenn man die Differenz von Miete und Finanzierungskosten als Tilgung ansetze. Je niedriger die Zinslast, desto mehr können Käufer von ihrem Kredit abbezahlen, was ihnen einen Vorteil gegenüber Mietern verschaffen kann.

In 12 Großstädten habe sich dagegen das Verhältnis von Kaufpreis, Miete und Zins verschlechtert. Insgesamt sei die Erschwinglichkeit von Wohneigentum gestiegen, so Voigtländer. In fast der Hälfte der Großstädte könne Wohneigentum binnen 35 Jahren abbezahlt werden kann, ohne stärker als ein Mieter belastet zu sein.

Wohneigentum braucht Eigenkapital

Trotzdem stagniere die Wohneigentumsquote in Deutschland seit langem. Nur 45 Prozent der Haushalte besäßen eine eigene selbstgenutzte Immobilie. Grund sei der Mangel an Eigenkapital: Nur 15 Prozent der Mieter verfügten über Ersparnisse von 60.000 Euro – so viel sollte bei einem Kaufinteresse vorhanden sein, meint das IW.

Um Wohneigentum zu fördern, solle der Staat etwa die Arbeitnehmersparzulage erhöhen, meinen die Ökonomen. Ein anderer Weg seien Entlastungen bei der Grunderwerbssteuer, etwa ein Freibetrag von 100.000 Euro für Erstkäufer oder die Besteuerung des halben Kaufpreises.

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